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Eltern geschlagen, sechs Autos gerammt: Mann muss in Psychiatrie | BR24

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Bildrechte: BR/Philipp Kimmelzwinger

Das Landgericht Ansbach ordnete die Unterbringung eines Mannes in der Psychiatrie an. Er hatte seine Eltern geschlagen und sechs Autos gerammt.

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    Eltern geschlagen, sechs Autos gerammt: Mann muss in Psychiatrie

    Vor einem Jahr schlägt ein junger Mann seine Eltern, flieht mit einem Traktor und rammt mehrere Polizeiautos und einen Krankenwagen. Dafür muss der 25-Jährige in eine psychiatrische Klinik, urteilt das Landgericht Ansbach.

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    Von
    • Laura Grun
    • Karin Goeckel

    Im Januar 2020 rastet der junge Mann auf dem Hof seiner Eltern aus. Er schlägt seinen Vater mit einem Besenstiel und ohrfeigt seine Mutter. Als der Vater daraufhin die Polizei ruft, steigt der 25-Jährige auf einen Traktor und flieht aus Untermosbach bei Wieseth (Lkr. Ansbach). Auf der Flucht rammt er mehrere Polizeifahrzeuge. Auch ein Krankenwagen wird zerstört. Nur durch den Gebrauch von Schusswaffen kann die Polizei den Mann stoppen. Er muss anschließend im Krankenhaus behandelt werden.

    Beschuldigter erinnert sich nicht an die Tat

    Betrunken war der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt nicht, auch Drogen hatte er nicht genommen, so das Ergebnis einer chemisch-toxikologischen Untersuchung, die in der Verhandlung am Landgericht Ansbach vorgestellt wurde. Teilweise entstand an den sechs beschädigten Autos wirtschaftlicher und technischer Totalschaden. Am ersten Prozesstag hatte ein Polizist berichtet, der Vater habe ihm von einer Schizophrenie seines Sohnes erzählt. Vor Gericht machte der Vater jedoch von seinem Zeugnisverweigerungsrecht gebrauch. In seinem Schlusswort erklärte der 25-jährige, er erinnere sich nicht an die Tat. Er würde gerne einen Reset-Knopf drücken. Erst in der Verhandlung habe er gesehen, welchen Schaden er angerichtet habe.

    Richter ordnen Unterbringung in der Psychiatrie an

    Seit der Tat ist der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Dort muss er nun weiterhin bleiben, urteilten die Richter der großen Strafkammer am Landgericht Ansbach am Mittwoch (28.01.21). Sie ordneten die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Außerdem entzogen die Richter dem Mann die Fahrerlaubnis. Eine psychiatrische Behandlung ohne Unterbringung, wie von den Anwälten des 25-Jährigen ins Spiel gebracht, lehnte die Kammer ab.

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