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Eltern genervt von Corona-Regeln in Kitas | BR24

© pa/dpa/Uwe Anspach

Kinder in einer Schaukel

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    Eltern genervt von Corona-Regeln in Kitas

    Die neue Normalität in Coronazeiten - sie bereitet naturgemäß auch Probleme. Viele Eltern beschweren sich, dass ihre Kinder bei geringsten Krankheitssymptomen nach Hause geschickt werden. Geht das denn nicht anders?

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    "Es ist doch völlig normal, dass Kinder in Schule und Kita von Oktober bis März Schnupfennasen haben!", echauffiert sich Sandra, Mutter von zwei Kindern. Es sei dringend notwendig, "ein gesundes Mittelmaß zu finden und normale Erkältungssymptome von Corona zu unterscheiden".

    Endlich wieder Kinderbetreuung

    Die Wochen der geschlossenen Kitas und Schulen sind vielen Eltern noch in traumatischer Erinnerung: Zerrissen zwischen Beruf, Kinderbetreuung und Homeschooling fühlten sie sich überfordert und alleingelassen. Als die Kitas wieder öffneten, hofften sie auf eine Rückkehr zur Normalität. Tatsächlich geht aber das Jonglieren weiter: Der strenge Blick des Kitapersonals schon an der Tür - und bei den geringsten Symptomen heißt es: "Ab nach Hause, auskurieren!"

    Rotznase diktiert die Tagesplanung

    Berufstätige Eltern kann das schon einmal in die Verzweiflung treiben: Wieder beim Arbeitgeber anrufen, sich abmelden und Spontan-Urlaub nehmen? Oder doch lieber Homeoffice und das Kind für Stunden mit Playstation oder Fernseher ruhig stellen? Eine wirklich gute Lösung zu finden ist schwierig.

    Ausnahmen nur für Kinder mit Allergien

    Eltern fordern darum, die Schwelle herabzusetzen und Kinder mit geringen Symptomen wie einer Schnupfennase wieder in die Kitas zu lassen, so wie früher auch. Margit Braun, zuständig für die Münchner Kindertageseinrichtungen in Städtischer Trägerschaft, ist bemüht, den Eltern entgegenzukommen. Es wurden spezielle Regelungen für Kinder mit Allergien getroffen, sodass sie auch mit laufender Nase in die Kitas dürfen. Einigen Familien ist damit tatsächlich geholfen, für viele andere ändert sich dadurch aber nichts.

    Familienministerium: Mit Erkältungssymptomen nicht in die Kita

    Darüber hinaus sehen die städtischen Kinderkrippen keinen Ermessensspielraum. Und daran lässt auch das Bayerische Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales keinen Zweifel: "Kinder, die beispielsweise auch nur geringfügige Erkältungssymptome haben, dürfen ihre Kita nicht betreten. Dies sollte schon im Normalbetrieb ständige Praxis sein. In Zeiten einer Pandemie muss darauf aber besonders geachtet werden."

    Bei Infektion muss ganze Kita-Gruppe daheim bleiben

    Aus Sicht des Münchner Referats für Bildung und Sport, das auch für die Kitas zuständig ist, sind das keine übertriebenen Maßnahmen: "Wenn bei einem in der Kita betreuten Kind der Verdacht auf eine SARS-Cov-2-Infektion besteht, wird seine gesamte Gruppe bis auf Weiteres, zumindest bis zum Vorliegen des Testergebnisses auf SARS Cov-2 geschlossen. Sollte das Testergebnis positiv ausfallen, muss die gesamte Gruppe für 14 Tage geschlossen bleiben. Es ist nachvollziehbar, dass diese Vorgehensweise für die Eltern eine Herausforderung darstellen kann."

    Es ist offensichtlich ein Konflikt, mit berechtigten Interessen auf beiden Seiten: Kitas, deren Personal sich schützen und den Betrieb für alle Kinder am Laufen halten will - und Eltern auf der anderen Seite, die arbeiten wollen und müssen.

    "Eingeschränkter Regelbetrieb"

    Private Kitabetreiber mit größerem Fokus auf die Wünsche ihrer Kunden scheinen risikobereiter. Einige schicken Kinder erst nach Hause, wenn sie mehrere Krankheitssymptome zeigen, also zum Beispiel Husten und eine Schnupfennase. Ob das auch in öffentlichen Einrichtungen zur Regel werden könnte, ist fraglich.

    Das Sozialministerium betont häufig, dass es ein Missverständnis sei, wenn Eltern glaubten, in den Kitas herrsche "Normalbetrieb", nur weil sie wieder für alle Kinder geöffnet seien. "Eingeschränkter Regelbetrieb" heißt es in bestem Verwaltungsdeutsch. So wird es bis auf Weiteres auch bleiben. Wie lang, das diktiert das Virus.

    Einen Antrag auf Elternhilfe können Sie hier stellen.

    Corona-Informationen des Bayerischen Ministeriums für Familie, Arbeit und Soziales finden Sie hier.

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