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Der Kampf geht weiter für die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale von Dresden nach Nürnberg. Streckenweise fahren noch Dieselloks.

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Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale vor dem Aus

Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale vor dem Aus

Als Projekt des "vordringlichen Bedarfs" war die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale 1993 einst ausgerufen worden – jetzt droht ihr das Aus. Politiker aus den betroffenen Regionen wollen in Berlin dagegen ankämpfen.

Die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale steht offenbar endgültig vor dem Aus. Das gehe aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor, heißt es in einer Mitteilung des Hofer Bundestagsabgeordneten, Hans-Peter Friedrich (CSU). Demnach hätten Berechnungen des Ministeriums ergeben, dass die Elektrifizierung mit einem Kosten-Nutzen-Faktor von 0,6 weit unter dem geforderten Faktor eins liege, was das Aus für die Elektrifizierungspläne bedeute.

Politiker: Wirtschaftliches Interesse darf keine Rolle spielen

Diverse Oberbürgermeister, Landräte und Bundestagsabgeordnete entlang der Bahnstrecke zwischen Dresden und Nürnberg sind aber nicht bereit, das zu akzeptieren. Deshalb soll es heute zu einem Krisentreffen mehrerer regionaler Politiker im Bundesverkehrsministerium kommen. Dort wolle man die klare politische Forderung erheben, dass die Anbindung der Bahn auf elektrischem Wege an die Städte Chemnitz, Zwickau, Plauen, Hof, Marktredwitz und Bayreuth an Nürnberg nicht von betriebswirtschaftlichen Überlegungen der Deutschen Bahn abhängig gemacht werden könne.

Steigende Kosten wegen Vernachlässigung der Bahnstrecke

Der Bundestagsabgeordnete der Hofer SPD, Jörg Nürnberger, zweifelt die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Ministeriums grundsätzlich an. Aspekte des europäischen Lückenschlusses in Richtung Prag seien demnach nicht hinreichend berücksichtig worden. Zudem seien die hohen Kosten des Projektes auch darauf zurückzuführen, dass die Bahnstrecke in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt worden sei. Schon seit dem Jahr 1993 gilt die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale laut Bundesverkehrswegeplan als ein Projekt des "vordringlichen Bedarfs".

Auch der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht die Elektrifizierung von Bahnstrecken als besonders vordringlich an. Eine Entscheidung, die Strecke nicht zu elektrifizieren, werde man daher nicht akzeptieren, so Hans-Peter Friedrich.

"Uns jetzt im Regen stehen zu lassen, geht gar nicht." Jörg Nürnberger, SPD
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Ist seit knapp 30 Jahren ein Thema: die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale. (Symbolbild)

💡 Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale

Die Franken-Sachsen-Magistrale ist die Bahnstrecke von Nürnberg nach Dresden. Sie ist 390 Kilometer lang. Der Abschnitt von Hof nach Dresden ist bereits seit 2013 elektrifiziert. Noch nicht elektrifiziert ist die komplette Strecke von Nürnberg über Bayreuth nach Hof.

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