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Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale rückt näher | BR24

© DB AG

Streckenkarte zum Bahnausbau Nordostbayern.

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Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale rückt näher

Die Elektrifizierung der 140 Kilometer langen Bahnstrecke von Nürnberg durch das Pegnitztal bis zur Grenze nach Tschechien rückt ein gutes Stück näher: Die vom Bund beauftragte DB Netz hat erste Ergebnisse der Planungen vorgestellt.

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Bei der Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale im Pegnitztal hat die Deutsche Bahn mehrere Planungsvarianten vorgestellt. Diese zeigen, welche Aus- und Umbauten notwendig werden und wie die Bahn mit den über 100 Brücken und zehn Tunneln auf der Strecke verfahren will. Die Strecke zwischen Nürnberg und Schirnding ist ein wichtiger Teil der Franken-Sachsen-Magistrale. Diese verbindet Nürnberg und Dresden. Derzeit ist sie nur auf dem Abschnitt zwischen Hof und Dresden elektrifiziert.

Pläne werden Bürgern vorgestellt

Versorgt werde die modernisierte Strecke durch eine Bahnstromleitung, die von Ottensoos im Nürnberger Land bis Schnabelwaid im Landkreis Bayreuth gebaut werden soll, teilt die Bahn mit. Der DB-Konzernbevollmächtigte für Bayern, Klaus-Dieter Josel, kündigte im Laufer Rathaus an, dass die Planungen den Bürgern entlang der Strecke in den kommenden Wochen vorgestellt werden sollen. Dies schließe auch Verbesserungen im Lärmschutzkonzept und die Stromtrassierung ein. Die Varianten für den Aus- und Neubau der Tunnel würde ergebnisoffen geprüft, so die Bahn.

Tunnel als Nadelöhr

Im oberen Pegnitztal befinden sich auf nur acht Kilometern Strecke sieben Tunnel und 14 denkmalgeschützte Brücken aus dem Jahr 1877 in enger Abfolge. Die niedrigen Tunnel behindern den Einbau einer Oberleitung, so die Bahn. In die bestehenden Tunnel passe ein moderner elektrischer Zug mit Stromabnehmer nicht hinein, heißt es weiter. Es laufe auf einen sehr aufwändigen Ausbau hinaus, der in einer Variante auch den Bahnverkehr während einer mehrjährigen Bauzeit immer wieder beeinträchtigen würde.

© DB AG/Marion Fink

Im Pegnitztal gibt es auf der Bahnstrecke eine dichte Abfolge zwischen Tunneln und Brücken.

Alternative Neubau

Eine Vergrößerung der Tunnel ließe sich nur durchführen, wenn der Zugverkehr während der Bauphase auf ein Gleis reduziert würde. Bei dieser Aufweitung wird der Tunnel nach oben und zu den Seiten vergrößert. Als Alternative hat die Bahn einen etwa 5,5 Kilometer langen Neubautunnel zwischen Vorra und Neuhaus untersucht. Die Folge wäre, dass der Zugverkehr in diesem Abschnitt künftig nicht mehr im Tal verlaufen würde.

© BR

Die Bahn will ihre Strecken im Nordosten Bayerns ausbauen und elektrifizieren. So sollen auf der 140 km lange Strecke zwischen Nürnberg und Schirnding künftig auch Fernverkehrszüge bis nach Prag fahren können.

Ausbaupläne für das Fichtelgebirge

Im weiteren Verlauf der Strecke durch das Fichtelgebirge weisen die DB-Pläne für drei weitere Tunnel ebenfalls Ersatzbauwerke auf, allerdings unmittelbar neben den bisherigen Tunneln und damit ohne wesentliche Abweichung vom Streckenverlauf.

Abschluss der Vorplanung bis Ende 2020

Die Bahn will bis Ende des Jahres ihre Vorplanungen zum Streckenausbau abschließen. Die Ergebnisse werden dann aufbereitet und dem Bundesverkehrsministerium übergeben. Als Auftraggeber der Projekte entscheidet es über den weiteren Fortgang des Bahnausbaus.

Elektrifizierung Ostkorridor

Neben der Strecke Nürnberg–Marktredwitz–Schirnding ist die DB auch beauftragt, die Strecke Hof-Regensburg, den sogenannten Ostkorridor, zu elektrifizieren. Für beide Projekte muss der Bahnstrom herangeführt werden. Bisher endet die Bahnstromleitung in Ottensoos. Von dort plant die Bahn auch eine neue Zufuhr in Richtung Schwandorf.

Dialog mit den Regionen

Die DB wird die Ausbaupläne ab Mitte Juni online stellen unter www.bahnausbau-nordostbayern.de und Infomärkte für die Bürger – zunächst in virtuellen Formaten – anbieten. "Eine frühe Beteiligung der Bürger ist fester Bestandteil der Planungen von Infrastrukturen. Wir werden uns dabei den Fragen der Bürger stellen und ihre Anregungen aufnehmen", so der DB-Projektleiter Matthias Trykowski.

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