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Elektrifizierung: Bahn-Dialog Pegnitztal | BR24

© dpa/pa, Fotostand/Wagner

Bahngleis, Gleis, Geleise, Schienen, Oberleitung

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    Elektrifizierung: Bahn-Dialog Pegnitztal

    Elf Dialogveranstaltungen hat die DB seit Juni im Zusammenhang mit der geplanten Elektrifizierung des Schienennetzes in Nordostbayern abgehalten. 3.000 Menschen nahmen nach Bahnangaben teil, obwohl die Dialoge ausschließlich online stattfanden.

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    An den Dialogveranstaltungen nahmen nach Bahnangaben rund 3.000 Menschen teil. Sie fanden größtenteils online statt. Als größtes Problem erweist sich jetzt die Stromversorgung der Strecken von Nürnberg und Regensburg nach Hof.

    DB will neue Hochspannungsleitungen

    Die Deutsche Bahn will nämlich zwei neue Hochspannungsleitungen bauen: eine von Nürnberg durch das Pegnitztal nach Nordosten, eine weitere von Hohenstadt bei Hersbruck nach Osten Richtung Schwandorf, wo sie die Linie Regensburg-Hof versorgen will. Geplant sind 110-Kilovolt-Freileitungen mit bis zu 30 Meter hohen Strommasten.

    Landschaftsverschandelung befürchtet

    Dagegen haben sich im Sommer unter dem Motto "Bahnstrom – so nicht" mehrere Bürgerinitiativen in der Oberpfalz und im Nürnberger Land gegründet. Auch der Bund Naturschutz übt Kritik. Die Vorsitzende der Bund Naturschutz-Kreisgruppe Nürnberger Land, Heide Frobel, sagte, sie stehe "voll hinter der Elektrifizierung. Ich erwarte aber von der Deutschen Bahn, dass die Eingriffe in Natur und Landschaft möglichst gering gehalten werden". Beim Pegnitztal handle es sich um "hochwertigste Landschaft".

    Bahn lehnt technische Alternativen bisher ab

    Die Bürgerinitiativen schlagen vor, den Strom aus dem vorhandenen, öffentlichen Hochspannungsnetz zu verwenden. Ein entsprechendes Verfahren mit sogenannten "Umrichtern", die den Strom in die für die Bahn notwendige Frequenz von 16,7 Hertz wandeln, sei technisch möglich. Die Bahn selbst setze es derzeit im Allgäu ein. Dagegen hält die DB ein eigenes Bahnstromnetz für die leistungsfähigste und sicherste Lösung.

    Die Elektrifizierung an sich lehnen weder Bürgerinitiativen noch Naturschützer ab. Sie ist politischer Konsens in der Region. So nennt der Landrat des Nürnberger Lands, Armin Kroder (FW), den Abschied vom Dieselbetrieb "unabdingbar für die Zukunftsfähigkeit der Strecke". Der Bund Naturschutz hält die durchgehende Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale von Nürnberg über Hof nach Dresden für erforderlich, um bei der Verkehrswende voranzukommen.

    Bahn schließt Vorplanung in Kürze ab

    Heute Abend (Donnerstag, 22.10., 18 Uhr) gibt es einen letzten Online-Dialog, der schwerpunktmäßig den Streckenabschnitt von Nürnberg nach Hohenstadt bei Hersbruck behandelt. Danach will die DB die genaue Streckenführung an den Bund übergeben, der als Auftraggeber über das Projekt entscheidet. Für die Bahnstromleitungen soll es im kommenden Jahr ein eigenes Raumordnungsverfahren geben. Vor einer Genehmigung werden dabei die sogenannten "Träger öffentlicher Belange" beteiligt. Das sind neben den betroffenen Gemeinden und Landkreisen unter anderem auch Fachbehörden.

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