Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Schlossfestspiele: Revolverheld kritisiert Hausherrin Gloria | BR24

© BR/Marcel Kehrer

Revolverheld im Schlosshof: Am Ende des Konzerts kritisierte Sänger Johannes Strate Hausherrin Gloria von Thurn und Taxis.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Schlossfestspiele: Revolverheld kritisiert Hausherrin Gloria

Aufregung bei den Schlossfestspielen in Regensburg: Die Band Revolverheld hat sich mit Hausherrin Gloria von Thurn und Taxis angelegt. Am Ende des Konzerts wetterte Sänger Johannes Strate gegen die Fürstin und bekam dafür stürmischen Applaus.

Per Mail sharen

Politische Botschaft auf der Bühne: Die Hamburger Pop-Band Revolverheld hat bei ihrem Auftritt bei den Regensburger Schlossfestspielen Gastgeberin Gloria von Thurn und Taxis scharf kritisiert. "Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen", erklärte Sänger Johannes Strate bei der Zugabe. Deshalb habe man den Auftritt im Vorfeld kontrovers diskutiert.

Strate: Missbrauch nicht bagatellisieren

Die Band forderte, den Missbrauch in der katholischen Kirche nicht zu bagatellisieren, sondern die Opfer ernst zu nehmen. Zudem kritisierte Revolverheld den US-Rechtspopulisten Steve Bannon, bei dem Gloria zu einem Essen gewesen sein soll. Ihm dürfe man keine Plattform bieten und nicht die Hand reichen.

"Nächstenliebe bedeutet auch, dass wir den systematischen Missbrauch, der in der katholischen Kirche so lange stattgefunden hat, dass wir den nicht bagatellisieren und die Opfer ernst nehmen." Johannes Strate, Revolverheld

Die Band sprach sich für Flüchtlingsrettung im Mittelmeer aus: "Seenotrettung ist kein Verbrechen", betonte Sänger Strate. "Nächstenliebe bedeutet für uns, dass wir Menschen, egal woher sie kommen, welche Herkunft sie haben, welche Hautfarbe sie haben, welcher Religion sie angehören, dass wir sie hier mit offenen Armen empfangen, und nicht elendiglich im Mittelmeer verrecken lassen", so Strate auf der Bühne. Für sein rund einminütiges Statement bekam Strate viel Applaus vom Publikum.

Gloria bleibt gelassen

Gloria von Thurn und Taxis reagierte gelassen auf die Kritik: "Ja, das sehe ich ganz locker", sagte sie dem BR. "Wahrscheinlich haben sie sich das gut überlegt und gesagt, das müssen wir jetzt machen, wir sind schließlich Künstler. Und Gott sei Dank kann man heute noch seine Meinung sagen. Insofern können wir da ganz froh sein." Gloria hatte das Revolverheld-Konzert nicht verfolgt, sie saß mit Gästen im Schlosspark.

Boykottaufruf vor dem Festival

Im Vorfeld der Schlossfestspiele hatte die Regensburger Initiative "Solidarische Stadt" einen Boykottaufruf gestartet. Die Initiatoren hatten nach eigenen Angaben alle beim Festival gebuchten Künstler angeschrieben und sie unter Verweis auf diverse öffentliche Äußerungen von Gloria von Thurn und Taxis aufgefordert, von Ihren Verträgen zurückzutreten. Vom Veranstalter, der Agentur Odeon-Konzerte, verlangte die Initiative, sie sollte Gloria die Schirmherrschaft für die Schlossfestspiele entziehen.