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Eisschwimmen in der Norikusbucht – ein cooles Abenteuer | BR24

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Birgit Becher aus Veitsbronn startet normalerweise bei Eisschwimm-Meisterschaften. Coronabedingt müssen die alle ausfallen. Trainieren will die 54-Jährige trotzdem: Weil Freibäder geschlossen sind, trainiert sie testweise im Wöhrder See.

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Eisschwimmen in der Norikusbucht – ein cooles Abenteuer

Normalerweise trainiert Birgit Becher um diese Zeit für die Eisschwimm-WM im Veitsbronner Freibad. Wegen Corona fällt aber alles ins Wasser, selbst die Trainingsmöglichkeit. Deshalb sucht sich die 54-Jährige Freiwasser-Alternativen.

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Von
  • Tobias Burkert

Die Nürnberger Norikusbucht am Wöhrder See hat sich im Sommer als kostenlose, städtische Alternative zu Freibädern bereits etabliert. Derzeit laden die dortigen Wasserwelten allerdings eher zum Eislaufen als zum Schwimmen ein. Ein Teil der Wasserfläche ist mit Eis bedeckt, wenn auch nicht wirklich tragfähig, das Gewässer ist aber zum Strand hin eisfrei. Hier will Birgit Becher ins Wasser steigen. Die Veitsbronnerin ist leidenschaftliche Eisschwimmerin, trainiert im Winter normalerweise regelmäßig im Veitsbad in Veitsbronn (Lkr. Fürth) – doch derzeit geht das Corona bedingt nicht. Die Norikusbucht in Nürnberg könnte eine Alternative für die Eisschwimmer sein.

Bei 2,8 Grad Temperatur ins Wasser

Birgit Becher hat ihre Tochter Lea dabei, auch die ist begeisterte Eisschwimmerin, geht dem Hobby aber nicht so oft nach wie ihre sportliche Mutter. "Eine Person muss immer als Aufsicht mit dabei sein", sagt Birgit Becher, sonst sei es zu gefährlich. Lea Becher taucht den Sensor eines Thermometers ins Wasser: 2,8 Grad – passt. Das Wasser ist kälter als die Außentemperatur. Birgit Becher lässt sich davon nicht abschrecken und zieht sich um. Gut, dass die Umkleidekabinen im Winter nicht abmontiert wurden. Im Badeanzug, mit Schwimmbrille und Bademütze ausgestattet, eine rote Schwimmboje in der Hand, geht es mutigen Schrittes ab in die Fluten.

Eisschwimmen ist Extremsituation für den Körper

Das Schwimmen im fast gefrorenen Wasser ist für den menschlichen Körper eine Extremsituation. In Sekundenbruchteilen verengen sich die Blutgefäße. Monatelanges Training ist nötig, um sich an so kaltes Wasser zu gewöhnen. "Da muss man schon im Oktober anfangen", sagt Birgit Becher, "wenn das Wasser noch nicht ganz so frostig ist und dann erstmal nur kurze Zeiträume im Wasser verbringen."

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Normalerweise trainiert Birgit Becher um diese Zeit für die Eisschwimm-WM im Veitsbronner Freibad. Wegen Corona fällt aber alles ins Wasser, selbst die Trainingsmöglichkeit. Deshalb sucht sich die 54-Jährige Freiwasser-Alternativen.

Norikusbucht überzeugt Eisschwimmerin Birgit Becher

Die erfahrene Eisschwimmerin bleibt fast 20 Minuten im Wasser. Puterrot, mit klapperndem Kiefer kommt sie wieder ans Ufer, wird von ihrer Tochter ins Handtuch gewickelt. Das Fazit fällt überzeugend aus. In der Norikusbucht lasse sich sehr gut trainieren, ausreichende "Bahnlänge", keine Schlingpflanzen am Boden und leichte Einstiegsmöglichkeiten am Strand. Birgit Becher will auf jeden Fall wiederkommen.

Spaziergänger staunen über Extremsportlerin

Birgit Bechers Badeausflug lässt viele Spaziergänger am Wöhrder See fröstelnd innehalten, manche haben ihre Handys gezückt. "Nicht für 1.000 Euro würde ich da reingehen", sagt eine junge Mutter mit Kinderwagen, sie hasse kaltes Wasser. Ein älterer Herr mit Walkingstöcken in der Hand zollt Birgit Becher Respekt. Wenn er jünger wäre, würde er das gerne auch ausprobieren und danach gleich unter die heiße Dusche springen, sagt er. Das allerdings ist gar nicht zu empfehlen, der Temperaturunterschied wäre zu stark, der abgekühlte Körper muss sich langsam wieder aufwärmen. Gut, dass der Bus von Birgit und Lea Becher eine Standheizung hat, die beiden Eisschwimmerinnen steigen zur Schiebetür ein. Nach diesem kalten Abenteuer gibt es erstmal einen heißen Tee aus der Thermoskanne.

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