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Eislaufbahn in Wasserburg spaltet die Bürger | BR24

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Der Inn friert in Wasserburg schon lange nicht mehr zu in. Möglichkeiten zum Eislaufen gibt es in der näheren Umgebung keine. Das brachte die Betreiber des örtlichen Christkindlmarkts auf eine Idee. Bloß die will nicht allen so recht gefallen.

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Eislaufbahn in Wasserburg spaltet die Bürger

Wasserburg hat erstmals zum Christkindlmarkt eine Eislaufbahn errichtet, mitten in der Altstadt, direkt hinter dem Rathaus. Schön zum Fahren und Zuschauen, aber recht energieintensiv. Darüber hat sich nun ein Streit entzündet.

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Der Inn friert schon lange nicht mehr zu. Deshalb habe sich viele Wasserburger auf eine Eisbahn hinter dem Rathaus gefreut. Doch diese polarisiert. Denn Wasserburg hat Ende September den Klimanotstand erklärt. Das bedeutet: Alle Projekte, Bauvorhaben, Planungen der Stadt müssen auch auf ihre Auswirkungen auf den Klimaschutz bewertet werden.

Eislaufen oder Klimanotstand?

Der Klimaschutz und die Vermeidung von schädlichen Emissionen hat höchste Priorität. Das passt für viele nicht mit einer Eisbahn zusammen, die vor allem bei Plusgraden viel Strom verbraucht, damit die Eislauffläche gefroren bleibt. Man könne nicht Fridays For Future unterstützen und gleichzeitig eine solche Energieschleuder zulassen, so der Tenor der Kritiker.

Bürgermeister: Alles Ökostrom

Der Bürgermeister der Stadt Wasserburg, Michael Kölbl (SPD), dessen Partei auch für die Ausrufung des Klimanotstands gestimmt hatte, versucht die Wogen zu glätten. Der Strom für die Kühlung und auch für die angrenzenden Almhütte mit Glühwein und Gastronomie, sei CO2-neutraler Ökostrom.

Zudem sei die Eislaufbahn vor allem für die Schulen ein Gewinn. Denn die könnten hier jeden Vormittag exklusiv laufen. Sonst hätten rund 500 Schülerinnen und Schüler zum nächsten Eisstadion nach Rosenheim, Grafing, oder Waldkraiburg fahren müssen:

"Jetzt bleiben die Schulklassen hier! Allein 50 Schulklassen sind hier vor Ort , die jetzt Sport machen können . Und es ist besser, hier Eissport zu betreiben, als 150 km zu fahren und auf Kunstschnee Ski zu fahren." Michael Kölbl, Erster Bürgermeister Wasserburg a. Inn

Stromverbrauch transparent machen

Einige Bürger forderten, wenigstens den aktuellen Stromverbrauch zu zeigen, direkt vor Ort an der Eisfläche. Damit Kinder und Jugendliche erkennen: Der Spaß kostet gerade soundsoviel Kilowatt Strom.

Ein Wasserburger hat ausgerechnet: Für den fünfwöchigen Betrieb der Eislaufbahn muss das Bürgerkraftwerk, eine Photovoltaikanlage, ein halbes Jahr unter besten Voraussetzungen in Betrieb sein. Deshalb die Forderung nach einer Schautafel, die veranschaulicht, wie viel Energie gerade in die Bahn fließt.

Betreiber: Nutzung der Bahn gegenrechnen

Das ist für die Stadt aber aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. Der Betreiber wiederum gibt an, es sei technisch nicht möglich. Allerdings werde er am Ende der Saison, also nach den Weihnachtsferien, den Stromverbrauch vorlegen, aber auch aufzeigen, wie die Bahn frequentiert war.