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Es ist ein bayernweit einzigartiges Projekt: Mit 70.000 Euro finanziert Günzburg freiwilligen Förderunterricht am Nachmittag. Damit können Schülerinnen und Schüler Wissenslücken aufholen, die durch den ausgefallenen Unterricht entstanden sind.

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Einzigartige Corona-Hilfe: Kreis Günzburg finanziert Nachhilfe

Es ist ein bayernweit einzigartiges Projekt: Mit 70.000 Euro finanziert Günzburg freiwilligen Förderunterricht am Nachmittag. Damit können Schülerinnen und Schüler Wissenslücken aufholen, die durch den ausgefallenen Unterricht entstanden sind.

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Von
  • Anna Klein

Damit war der Landkreis Günzburg schneller als der Bund: Seit Ostern finanziert er Förderstunden für Grund- und Mittelschulen - ein bayernweit einzigartiges Projekt, das die Folgen der Corona-Pandemie für Schülerinnen und Schüler abmildert und die Wissenslücken auffängt, die durch den eingeschränkten Präsenzunterricht entstanden sind.

Freiwilliger Unterricht am Nachmittag

Der Bundestag hatte zum selben Zweck Anfang Mai ein sogenanntes Aufholpaket angekündigt, der Kreis Günzburg hat schneller reagiert: Bereits an Ostern hatte der Kreistag die 70.000 Euro für ein „erweitertes Brückenangebot“ bewilligt. Damit wird nun Lehrpersonal bezahlt, das mit den Schülerinnen und Schülern den Unterrichtsstoff wiederholt, erklärt und übt, der zwischen Homeschooling und Wechselunterricht unter den Tisch gefallen ist. Diese Förderstunden übernehmen Lehramtsstudierende, Schulbegleiter und Freiwillige, die innerhalb von nur drei Wochen rekrutiert werden konnten.

Wissenslücken müssen schnell geschlossen werden

Der Unterricht findet am Nachmittag statt und ist freiwillig. Besonders im Fokus waren dabei die Grundschulen, denn hier war Eile angesagt, erklärte Günzburgs Landrat Hans Reichhart: „Hier wird das Fundament für den Bildungserfolg gelegt.“ Und auch Schulabschlüsse könnten die Schülerinnen und Schüler nicht einfach ein Jahr später nachholen. „Wir müssen ehrlich sein: Es gibt Lernlücken“, berichtet die Rektorin der Grund- und Mittelschule in Leipheim, Stefanie Schmid, aus dem Schulalltag zwischen Präsenz- und Distanzunterricht. Einige Schülerinnen und Schüler hätten bis zu acht Monate lang keine Schule von innen gesehen.

Das Angebot kommt gut an

Die erste Bilanz des Brückenangebots ist vielversprechend: „Dass Schüler gerne zum Nachmittagsunterricht kommen, daran hätte vor Corona auch niemand gedacht“, berichtet Schulrätin Barbara Keppeler. Die Idee für den Förderunterricht kam aus dem Günzburger Schulamt. Das Projekt ist das einzige seiner Art in ganz Bayern, wie Schulrätin Keppeler aus der bayernweiten Schulräte-Tagung berichtete.

Jede staatliche Schule soll eine Unterstützungskraft bekommen

Ziel des Landkreises ist es, jeder staatlichen Schule mindestens eine Unterstützungskraft bereit zu stellen. Der Förderunterricht ist bis zum Ende des Jahres geplant und schaffe somit die realistische Chance, Lernrückstände rechtzeitig zum neuen Schuljahr aufzuholen, heißt es vom Landratsamt. Bis Ende des Jahres läuft das Angebot.

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