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Einzelunterricht in einer Musikschule (Symbolbild)

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    Einzelunterricht in der Musikschule: Ab Montag wieder erlaubt

    Klassenzimmer statt Laptop: Ab Montag können die bayerischen Musikschulen bei einer Inzidenz unter 100 wieder persönlich unterrichten. Die Freude bei Lehrkräften und Schülern ist groß – doch sie müssen ein paar Vorgaben beachten.

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    Von
    • Tobias Brunner

    Wenn Markus Lentz in den vergangenen zwei Monaten seine Schülerinnen und Schüler unterrichtet hat, waren Tablet oder Laptop nie weit weg. Lentz leitet die Musikschule Grünwald bei München. Doch statt dort gemeinsam zu musizieren, mussten alle Beteiligten seit Mitte Dezember aufs virtuelle Klassenzimmer ausweichen.

    Von Montag an erlaubt die bayerische Staatsregierung nun auch wieder Einzelunterricht in Präsenz. "Die Freude ist sehr groß, manche haben richtige Luftsprünge gemacht", erzählt Lentz, der außerdem Vorsitzender des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen ist.

    Virtueller Musikunterricht kein vollwertiger Ersatz

    Zwar hätten manche Kinder und Jugendliche durch den Online-Unterricht per Zoom oder Teams sogar größere Fortschritte gemacht. Doch manches sei damit selbstredend auch schwerer gefallen, berichtet Lentz. Beispielsweise das Improvisieren oder das gemeinsame Musizieren: "Entweder die Kinder hören mich und können selbst nicht spielen – oder umgekehrt."

    Und natürlich seien auch die pädagogischen Möglichkeiten dadurch eingeschränkt. Wie reagieren die Kinder und Jugendliche auf bestimmte Erklärungen? "Man hat immer nur den flachen Bildschirm, aber nie den Gesamteindruck", sagt Lentz.

    Vorgaben für Musikschulen: Abstand halten und Masken tragen

    Bei den Vorgaben für den Einzelunterricht an den 220 bayerischen Musikschulen hat sich die Staatsregierung am Schulunterricht orientiert. "Wo die Grundschulen jetzt wieder in den Wechselunterricht gehen, soll auch der Einzelunterricht in den Musikschulen wieder möglich sein", fasst es Staatskanzleichef Florian Herrmann zusammen.

    Die wichtigste Voraussetzung dafür ist der bekannte 7-Tage-Inzidenz-Wert von 100, der nicht überschritten werden darf. Die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung schreibt außerdem einen Mindestabstand von zwei Metern, medizinische Gesichtsmasken für die Lehrkräfte und FFP2-Masken für die Schülerinnen und Schüler vor.

    Bei Kindern unter 15 Jahren reiche auch eine einfache Maske aus, erklärt der Verband, der dafür noch einmal explizit beim Gesundheitsministerium nachgefragt hat. Und: Bei Blasinstrumenten beispielsweise darf die Maske natürlich abgenommen werden.

    Lange Wartelisten bei Musikschulen trotz Corona-Einschränkungen

    Auch Hans Peter Pairott begrüßt die Lockerungen. Der Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule in München steht aber zugleich vor einer Herausforderung. Denn er und seine Kolleginnen und Kollegen unterrichten zumeist in Klassenräumen von Schulen. "Wir müssen mit allen 150 Standorten einzeln abklären, wie deren Hygienekonzept ist und ob die Räume tatsächlich zur Verfügung stehen", sagt Pairott.

    Wo gewünscht, sei auch weiterhin Online-Unterricht möglich. Chören bleibt wie Bands bis auf weiteres ohnehin nichts anderes übrig, für sie gelten die bisherigen Vorgaben unverändert. Die Nachfrage haben diese Einschränkungen indes nicht beeinträchtigt – im Gegenteil, sagt Hans Peter Pairott: "Die Wartelisten der Musikschulen sind lang."

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