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Vor Corona gab es viele Möglichkeiten, seinen Tag zu gestalten. Doch jetzt sieht die Realität für Alleinlebende anders aus: Insbesondere zur Adventszeit fühlen sich viele Menschen sehr einsam. Helfen kann die Telefonseelsorge.

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Einsam in Corona-Zeiten: Telefonseelsorge hat Hochbetrieb

Vor Corona gab es viele Möglichkeiten, seinen Tag zu gestalten. Doch jetzt sieht die Realität für Alleinlebende anders aus: Insbesondere zur Adventszeit fühlen sich viele Menschen sehr einsam. Helfen kann die Telefonseelsorge.

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Von
  • Silva Schreiner

Der Corona-Lockdown bedeutet Einsamkeit für viele Menschen, die alleine wohnen. Das Bedürfnis nach einem Gesprächspartner bleibt – und deshalb greifen immer mehr Menschen auf die Telefonseelsorge zurück. Dort herrscht derzeit deshalb Hochbetrieb.

Zahl der Seelsorgegespräche steigt

In Bayern gibt es insgesamt 17 Standorte der Telefonseelsorge. Im Coronajahr 2020 ist die Anzahl der Seelsorgegespräche deutlich gestiegen. Schon im April 2020 waren es bayernweit ungefähr 30 Prozent mehr Telefonate als im Vorjahr. Grund dafür sei insbesondere die Pandemie, so Ruth Belzner, Leiterin der Telefonseelsorge in Würzburg.

Corona oft als Thema

"Etwa ein Viertel aller Anrufer thematisieren Corona. Mit den unterschiedlichsten Facetten, den Ängsten, aber auch dem Ärger, entweder über die Einschränkungen oder die Rücksichtslosigkeit, oder die durch Corona verstärkte Einsamkeit", so Belzner. Die Angst vor sozialer Isolation sei bei einigen Menschen deutlich zu spüren, und insbesondere in diesen schwierigen Zeiten fehlt vielen der Kontakt zu ihren Mitmenschen.

Weihnachtszeit als zusätzlicher Faktor

Die weihnachtliche Stimmung können in diesem Jahr nicht alle genießen: "Alle Themen rund um Beziehungen sind an Weihnachten deutlich häufiger am Telefon zu hören", so die Leiterin der Würzburger Telefonseelsorge. Für viele Menschen ist es an Weihnachten besonders schwierig, alleine zu sein. Im Dezember 2020 konnte im Vergleich zum Vorjahr bisher ein Anstieg der Anrufe um fast die Hälfte festgestellt werden. Die Kombination aus Corona-Beschränkungen und der besinnlichen Weihnachtszeit lässt die Einsamkeit bei einigen Anrufern noch unerträglicher werden.

Seelsorge rund um die Uhr besetzt

Mit insgesamt 92 ehrenamtlichen Mitarbeitern ist die Telefonseelsorge in Würzburg gut ausgestattet. Im Vier-Stunden-Takt wechseln sich die Seelsorger ab. Die meisten sitzen nur einmal in der Woche am Hörer, alle sind jedoch dafür ausgebildet. Nur mit den vielen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen schafft die Telefonseelsorge es, ihre Telefone rund um die Uhr zu besetzen – sogar an den Weihnachtsfeiertagen.

Sorgen anonym loswerden

"Man muss nichts anderes tun, als zu einem Handy oder Telefon zu greifen. Wir sehen sie nicht, sie sehen uns nicht", so Belzner. Für viele Menschen ist der Griff zum Hörer deutlich einfacher, als den Weg zu einem Psychologen oder Psychotherapeuten zu suchen.

Die Telefonseelsorge ist deutschlandweit zu erreichen unter:

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