Start des 187. Münchner Oktoberfests auf der Theresienwiese, Hacker-Pschorr-Zelt: Zahlreiche Gäste feiern den Beginn der Wiesn.

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"Einfach glückselig": 700.000 Besucher zum Wiesn-Auftakt

"Einfach glückselig": 700.000 Besucher zum Wiesn-Auftakt

Ansturm auf die Bierzelte, glückliche Gesichter, ausgelassen singende und tanzende Menschen: Rund 700.000 Gäste haben am ersten Wochenende das Oktoberfest besucht. Wiesn-Chef Baumgärtner zeigte sich erfreut, richtete aber eine Bitte an Petrus.

Der Regen strömt, das Bier auch: Nach zwei Jahren Corona-Entzug hat das Oktoberfest begonnen. Rund 700.000 Gäste sind laut Schätzung der Festleitung am ersten Wochenende auf die Festwiese gekommen. Das waren deutlich weniger als bei der Wiesn 2019 vor der Corona-Pandemie - damals lag die Besucherzahl bei rund einer Million.

Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU) sagte, er freue sich über einen gemütlichen Auftakt und hoffe zugleich auf besseres Wetter. "Für die nächsten zwei Wochen wünschen wir uns noch, dass sich Petrus wieder daran erinnert, wie anständiges Wiesn-Wetter ausschaut."

Großer Besucherandrang bei Öffnung des Geländes

Das Publikum auf dem Gelände sei bunt gemischt gewesen. Laut Festleitung kamen viele Familien mit Kindern und Gäste aus dem Ausland, etwa aus den USA und Frankreich. Die ersten Gäste hatten am Samstag schon vor Sonnenaufgang an den Eingängen gewartet, um bei der Öffnung des Geländes im Bierzelt vorn zu sein. Die ersten Zelte schlossen um die Mittagszeit die Türen.

Stimmung in den Zelten euphorisch und ausgelassen

Laut Wirtesprecher Christian Schottenhamel kamen ähnlich viele Besucher und Besucherinnen in die Zelte wie bei der Wiesn 2019. Die Stimmung sei geradezu euphorisch gewesen und die Menschen einfach glücklich, wieder das Oktoberfest zu feiern. Der Sprecher der kleinen Wiesn-Zelte, Otto Lindinger, berichtete zudem von einer Verjüngung des Publikums. Renner beim Essen war wie eh und je das Wiesn-Hendl, aber auch fleischlose Gerichte waren gefragt. Dazu strömte das begehrte Wiesn-Bier, das pro Maß heuer bis zu 13,80 Euro kostet.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der im April nach reiflicher Abwägung grünes Licht für die Wiesn gegeben hatte, nannte dies nun eine gute Entscheidung: "Alle freuen sich drauf – und das freut einen als Oberbürgermeister einfach am meisten." Für Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist das Massenereignis ein "Fest von Freude und Freiheit".

Start des 187. Münchner Oktoberfests: der Vergnügungspark bei Nacht

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Besonders beliebt: Fahrgeschäfte mit Dach über dem Kopf

Bei Nieselregen und Kälte zog es die Menschen vor allem in überdachte Fahrgeschäfte. Vor allem Klassiker wie Riesenrad, Geisterbahn und Achterbahn waren sehr gut besucht. Im Straßenverkauf liefen vor allem Handwärmer wie gebrannte Mandeln und Bratwürstl sehr gut. Rudi Bausch, der unter anderem Alkoholika verkauft, sagte: "Wetterbedingt war das jetzt nicht so der Traumstart, aber abgerechnet wird am 3. Oktober." In erster Linie sei er froh, überhaupt wieder da sein zu dürfen.

Entspannte Atmosphäre auf der Oidn Wiesn

Als "chillig und ruhig" beschreibt Yvonne Heckl die Stimmung auf der Oidn Wiesn. Sie wurde besonders gern von Familien und von den Teilnehmenden des Trachten- und Schützenzugs besucht. Die historische Kegelbahn und das Velodrom im Museumszelt waren stark frequentiert. Die Geisterausstellung und die Miniaturwelt zogen Groß und Klein in den Bann. Die Gäste seien einfach glückselig gewesen, wieder über die Oide Wiesn und durch das Museumszelt bummeln zu können.

Partybus der Bundespolizei für friedlichen Heimweg

Auch die Polizei sorgte erneut nicht nur für Ordnung, sondern zusätzlich für Stimmung: Aus den Lautsprechern eines Spezialbusses der Bundespolizei schallen auf dem Heimweg vom Oktoberfest zur S-Bahn Schlager wie "Der Zug hat keine Bremse", "Hurra die Gams" oder Wiesn-Gassenhauer wie "Cordula Grün". Das Lied "Layla", wegen Sexismus umstritten, will das sechsköpfige Partybus-Team laut Chef Michael Schreiber aber nicht spielen. Man folge da den Empfehlungen der Wiesnwirte. Mit der Aktion wollen die Polizisten für einen friedlichen Heimweg sorgen.

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