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Eine Woche Online-Unterricht – Schulen ziehen gemischte Bilanz | BR24

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    Eine Woche Online-Unterricht – Schulen ziehen gemischte Bilanz

    Eine Woche Unterricht zuhause – die Bilanz fällt durchwachsen aus. Die Schüler sehen das meist positiv, so der Bayerische Philologenverband. Die Lernplattform "Mebis" sei völlig überlastet. Laut Landes-Eltern-Vereinigung laufe vieles nur per E-Mail.

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    Die technische Umsetzung des Online-Unterrichts gestaltet sich derzeit noch schwierig: Die vom Kultusministerium bereitgestellte Lernplattform "Mebis" sei überlastet, so Peter Stegmann, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes. "Das letzte Mal hatte ich vergangenen Sonntag einen guten Zugang zu der Plattform. Jeder Versuch unter der Woche reinzukommen gestaltete sich schwierig bis unmöglich", berichtet Stegmann. Deshalb würden sich die Gymnasien derzeit selbstständig um Lösungen bemühen. So hat etwa das Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt eine schulinterne Cloud eingerichtet, in die die Lehrer Lernmaterialien, Arbeitsaufträge oder kurze Videos hochladen können. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit den Schülern einzeln oder als Klasse zu kommunizieren. "Momentan ist die Motivation von den Schülern relativ hoch. Wie sich das in den nächsten drei bis vier Wochen entwickelt, bleibt abzuwarten", meint Stegmann.

    Lehrerinnen und Lehrer suchen nach Alternativen

    Seit Montag sind auch in Unterfranken Mittel- und Realschulen geschlossen. Den Unterricht online weiterzuführen gestaltet sich jedoch schwierig, sagte Gerhard Bleß, Vorsitzender des Unterfränkischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands, dem BR. "Man versucht, Schülerinnen und Schüler mit Unterrichtsinhalten zu versorgen", die Lernplattform "Mebis" arbeite dabei jedoch nicht verlässlich. Lehrerinnen und Lehrer an Mittel- und Realschulen würden sich deshalb um tragfähige und langfristige Alternativen bemühen, so Bleß.

    Arbeitsaufträge per E-Mail

    Während einige Schulen jetzt von einem bereits vor der Corona-Krise gestarteten, gut ausgebauten Online-Portal profitieren können, seien andere Schulen laut Bleß auf die Kommunikation per E-Mail angewiesen. Im Moment würde der Mailverkehr eine situationsgerechte Lösung darstellen, meint Helmut Celina von der Landeselternvereinigung der Gymnasien in Bayern. Sollte sich die Lage weiter verschärfen und der Schulausfall länger andauern, müssen hier jedoch andere Lösungen gefunden werden: "Das ist kein adäquater Unterrichtsersatz", so Helmut Celina. Bislang sieht der Beschluss der bayerischen Staatsregierung eine Schließung der Schulen bis zum Ende der bayerischen Osterferien am 19. April vor.

    GEW: Erste Schulschließungswoche lief gut

    Die Bildungsgewerkschaft GEW Unterfranken zieht eine positive Bilanz der ersten Schulschließungswoche. "Es gab knirschende Geräusche, aber keine Panik", sagte der GEW-Geschäftsführer Jörg Nellen. Das hätte vor allem daran gelegen, dass die Kolleginnen und Kollegen schnell und flexibel auf die neue Situation reagiert hätten. Da viele schon mit Wochenplanarbeit, selbstgesteuertem und projektorientiertem Unterricht arbeiten, fiel die Umstellung auf Teleteaching über das Internet nicht schwer. "Der Computer hat die Lehrkraft gar nicht ersetzt, sondern ergänzt", so Nellen. "Pädagogisch klappte es, technisch nicht so", fügt er hinzu. Die schulische Material- und Austauschplattform "Mebis" sei bis Mitte der Woche unter dem Ansturm der Nutzerinnen und Nutzer zusammengebrochen.

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