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Eine turbulente Spargelsaison geht zu Ende | BR24

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Auch die Spargelsaison 2020 stand im Zeichen der Corona-Pandemie.

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Eine turbulente Spargelsaison geht zu Ende

Langsam endet die Spargelsaison bei uns. Die meisten Spargelbauern haben bereits die Ernte eingestellt. Wegen der Corona-Pandemie glich diese Saison einer Achterbahnfahrt.

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Hans Hainzlmair ist rundum zufrieden. Trotz des Coronavirus ist er mit seinem Spargelhof in Pörnbach im Kreis Pfaffenhofen sehr gut durch die Saison gekommen. Dabei war von Anfang an alles anders als sonst. Genau zu Erntebeginn in der zweiten Märzwoche nahm die Corona-Pandemie in Europa Fahrt auf.

Alles Wissenswerte zum Coronavirus finden Sie hier.

Corona bremste Erntehelfer aus

Viele der Erntehelfer aus dem Ausland konnten deshalb nicht mehr rein nach Bayern, als am 10. März hier die Spargelernte begann. Auch zu Hans Hainzlmair schafften es nur drei seiner sonst sechs polnischen Mitarbeiter. Die anderen hatte die Pandemie ausgebremst, denn just zu diesem Zeitpunkt wurden die Grenzen geschlossen, um die Verbreitung der Infektionskrankheit einzudämmen.

Welle der Hilfsbereitschaft

Die Not des Pörnbacher Spargelbauern traf auf eine Welle der Hilfsbereitschaft. "Bei uns stand das Telefon nicht mehr still. Alle möglichen Menschen haben uns ihre Hilfe angeboten. Letztendlich haben wir uns entschieden, einen arbeitslosen Koch und eine Studentin zu beschäftigen. Das war top. Die haben toll gearbeitet!", freut sich Hainzlmaier.

Ein Viertel weniger Erntehelfer

Doch nicht überall lief es so rund wie in Pörnbach, weiß Peter Strobl. Als Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbandes Südbayern vertritt er rund 70 Spargel-Betriebe. Bei vielen Betrieben, gerade bei den großen, die bis zu 250 Erntehelfer brauchen, gab es Probleme. "Hier war die Unsicherheit zu Beginn der Ernte sehr groß. Deshalb wurden längst nicht alle Spargelanlagen in die Ernte einbezogen. Viele Altanlagen und auch viele Junganlagen blieben außen vor. Letztendlich gab es ein Viertel weniger Erntehelfer als sonst auf den Feldern".

© BR/Susanne Pfaller

Peter Strobl (links), Geschäftsführer Spargelerzeugerverband Südbayern, mit Hans Hainzlmair auf seinem Spargelhof in Pörnbach.

Corona-Regeln als Herausforderung

Für viele Betriebe war es auch eine Herausforderung, die Corona-Auflagen umzusetzen. So durften diesmal maximal zwei Helfer in einem Zimmer schlafen. Während bei Hans Hainzlmaier in Pörnbach die Erntehelfer seit Jahren in Einzelzimmern untergebracht sind, müssen sich "im Normalfall viele Erntehelfer zu viert ein Zimmer teilen. Diese Betriebe mussten in der Corona-Zeit zusätzlich Container aufstellen, um ihre Leute unterzubringen. Das hat zusätzliche Kosten verursacht", fasst Geschäftsführer Strobl die Geschehnisse zusammen.

Geringere Ernte – höherer Preis

Der Personalmangel hat auf die Erntehöhe durchgeschlagen. In diesem Jahr holten die Erntehelfer gut ein Viertel weniger Spargel vom Feld. Das trieb den Preis leicht in die Höhe. Noch gibt es keine Zahlen für ganz Bayern, aber Spargelbauer Hans Hainzlmair berichtet, dass er bei sich im Hofverkauf 10 Euro für die beste Handelsware verlangen konnte. Das ist ein Euro mehr als früher.

Denn obwohl die Gasthäuser und Kantinen lange geschlossen hatten, in der Gastronomie die Spargelwochen also weitgehend ausfielen, entwickelten die Menschen einen ausgeprägten Spargelhunger. Sie haben zuhause gekocht und dafür häufig am Hof eingekauft.

Florierender Hofverkauf hilft Bauern

Ein florierender Hofverkauf ist das Beste, was Bauern passieren kann. Ohne Zwischenhändler verdienen sie rund doppelt so viel. Deshalb stechen ein paar kleinere Betriebe auch noch weiter bis zum traditionellen Ende der Spargelsaison am Johannistag, dem 24. Juni.

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Mittags in Oberbayern

Von
  • Susanne Pfaller
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