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Die Nürnberger Künstler Jutta Leykauff und Harri Schemm haben eine Ente 2CV mit bunten Häkelfiguren verziert. Das Kunstwerk war nur drei Stunden in Käswasser zu sehen.

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Eine bunte Häkel-Ente gegen das Pandemie-Grau

Zwei Nürnberger haben in einer Kunstaktion eine "Ente" mit Häkelminiaturen verziert. Sie wollten damit die Corona-Thematik für ein paar Stunden in den Hintergrund rücken und ein Lächeln auf Gesichter zaubern.

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Von
  • Birgitt Rosshirt

Eine "Ente" – der legendäre Citroen 2CV – als Kunstobjekt: Die komplette Karosserie ist verziert mit bunten Häkelminiaturen. Der Nürnberger Maler Harri Schemm und Jutta Leykauff von der "Häkelmafia" haben so der Pandemie die Zähne gezeigt. Die beiden Künstler wollten den Betrachtern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Gehäkelte Hühner und Frösche für die "Ente"

Ort der kleinen, eher privaten Aktion war der Wochenendgarten von Harri Schemm im mittelfränkischen Käswasser, einem Ortsteil von Kalchreuth (Lkr. Erlangen-Höchstadt). Am Samstag (17.04.21) lud dort Jutta Leykauff von der "Häkelmafia", die bereits etliche Häkel-Projekte umgesetzt hat, voll beladene Taschen mit kleinen Häkel-Waren aus. Von der schlichten gehäkelten Blüte über einen Froschkönig mit Krone bis hin zu einer gehäkelten Gute-Laune-Spritze war alles dabei. Die Häkel-Miniaturen waren bereits auf Magnete geklebt und konnten so auf der metallenen Karosserie des Citroen 2CV haften. Eine ganze Stunde dauerte es, bis alle Kleinigkeiten an der Ente klebten. Auf die Stoßstange vorne kamen Häkel-Hühner, hinten saßen Frösche.

Häkel-Kunst an der Ente soll für gute Laune in der Pandemie sorgen

Harri Schemm, der schon etliche Performances durchgezogen hat, betonte die Notwendigkeit dieser kleinen Aktion in der Corona-Pandemie: "Das ist ja schon Überlebenshilfe, was wir da machen. Die Leute sind reihenweise am Durchdrehen und werden schon depressiv." Der Nürnberger hatte wegen der kalten Temperaturen eine Häkelmütze auf dem Kopf – natürlich von Künstlerkollegin Jutta Leykauff handgefertigt. Statt eines Bommels hat sie der Mütze einen Schneemann, Eicheln und einen Fliegenpilz verpasst. Mit der gehäkelten Skulpturenlandschaft auf dem Kopf hat Schemm nur gute Erfahrungen gemacht:

"Seitdem ich diesen Häkel-Hut aufhabe, lachen mich alle Leute an. Überall werde ich freundlich empfangen. Mit dem Auto ist es genau so. Die Leute winken einem zu vom Straßenrand. Wenn man jetzt die eine Sache mit der anderen verbindet – die Ente und die Häkelware – dann ist das ja das Non-plus-Ultra!" Harri Schemm, Künstler aus Nürnberg

Spaziergänger freuen sich an der bunten Häkel-Ente

Tatsächlich zeigten sich Spaziergänger begeistert. Gerne blieben sie stehen und staunen, was es an der Karosserie zu entdecken gibt. Peter Bartenstein aus Erlangen fühlte sich von den aufgebrachten Schriftzügen "Love" und "Peace" an seine Jugend erinnert. Und auch der Kalchreuther Heiner Ritter, der mit seinem Hund unterwegs war, freute sich an dem bunten Fahrzeug. "Ich habe nur gute Erinnerungen an meine Enten-Zeit" so Ritter. Sein Bekannter Roland Müller ergänzte beim Blick auf das ungewöhnliche Kunstobjekt: "Super. Schee. Einwandfrei."

Eigentlich gehöre die so geschmückte Ente auf größere Plätze, damit mehr Menschen Grund zur Freude haben, so Leykauff. "Da müsste man das Nürnberger Kulturreferat fragen, ob die an sowas Interesse hätten. Natürlich zeigen wir das gerne auch an anderen Orten und geben das Bunte, Hoffnungsvolle gerne weiter."

"Deux Chevaux": Citroen 2CV als Quelle der Inspiration

Es war nicht die erste Aktion, die Jutta Leykauff und Harri Schemm gemeinsam durchgezogen haben. Erst vor Kurzem hat Jutta Leykauff eine Pizza in Originalgröße mit roten Tomaten, weißen Champignons und grünen Peperoni gehäkelt. Schemm gestaltete dazu einen Pizzakarton. Im Januar baute Schemm die Ente zu einer Laterne um, indem er die Fenster beklebte und die Ente nachts innen beleuchtete. Eine Vision für weitere Aktionen hat er auch schon im Kopf. Er möchte nach dem Vorbild französischer Kathedralen bleiverglaste Farbfenster einbauen und die Ente als Kunst im öffentlichen Raum vor Kathedralen stellen.

© BR/Birgitt Roßhirt

Die beiden Künstler Jutta Leykauff und Harri Schemm mit ihrem ganzen Stolz: Der Häkel-Ente.

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Die Häkel-Ente ist über und über mit Häkel-Objekten besetzt, Blumen, Augen, Tiere und andere Motive.

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Häkel-Enten dürfen auf der Häkel-Ente nicht fehlen.

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Auf der Stoßstange sitzen zwei lustige Froschkönige ...

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... und auf dem Kotflügel eine Spritze für die Corona-Impfung.

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Love and Peace – das Motto vieler Menschen in der Flower-Power-Zeit.

© Harri Schemm

Die Häkel-Ente diente auch schon einmal als Laterne – ein Licht der Hoffnung in der Corona-Zeit.

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