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Am Flughafen München wird derzeit ein neues Abschiebegefängnis gebaut. Die Baustelle befindet sich im nordwestlichen Teil des Geländes, also nahe Freising, und der Bayerische Rundfunk hat sie jetzt besichtigen können.

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Warten auf die Abschiebung – Gefängnis am Münchner Airport

Vergitterte Fenster und Stacheldrahtrollen – am Flughafen München wird derzeit ein neues Abschiebegefängnis gebaut. 20 Häftlinge sollen hier unterkommen. Die Baustelle befindet sich im nordwestlichen Teil des Geländes, nahe Freising.

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Von
  • Birgit Grundner
  • Matthias Lauer

Bayerns Asylbilanz 2020

Auf den ersten Blick sieht der Bau mit der silbernen Fassadenverkleidung wie viele andere Gebäude am Flughafen aus – wären da nicht die teilweise vergitterten Fenster und die Stacheldrahtrollen auf dem Zaun davor. Ende des Jahres soll die neue Abschiebehafteinrichtung am Flughafen München fertig sein. Sie bietet später Platz für bis zu 20 Abschiebehäftlinge, aber auch für illegal einreisende Flüchtlinge, die gleich am Münchner Flughafen in Gewahrsam genommen werden.

Neubau-Komplex mit "Synergieeffekten"

Gefängnis und Transiteinrichtung unter einem Dach – für Axel Ströhlein, Präsident des Amts für Asyl und Rückführung, bietet so ein Kombibau viele Vorteile: Es gebe "Synergieeffekte" bei den Kosten für Personal, Miete und Dienstleitungen, wie etwa das Catering. Die Sicherheit werde sich verbessern, so Ströhlein weiter, und die Insassen bekämen helle und moderne Räume mit jeweils eigenen Sanitäreinrichtungen.

Aktuelle Unterbringung in Flachbau und Containern

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Abschiebegefängnis mit Containern

Die derzeitige Transiteinrichtung befindet sich in einem Flachbau in der Nähe der Wartungshallen im südlichen Teil des Flughafens. Sie wird derzeit noch von der Regierung von Oberbayern betrieben. Für Abschiebehäftlinge gibt es momentan – ebenfalls im südlichen Teil des Flughafens - nur eine Containeranlage. Theoretisch können dort 20 Menschen untergebracht werden, wegen Corona sind aber höchstens 13 Insassen möglich. Aktuell warten in den Containern acht Männer auf ihre Abschiebung. Im Schnitt dauert das Warten 15 Tage.

Räume für Sport, Besuche, Beratung

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Basketballkorb auf dem Gelände

Neben den Häftlingsräumen sind auch "Funktionsmodule" eingerichtet – etwa für Treffen mit Besuchern, Betreuern oder Rechtsanwälten, wie der zuständige Sachgebietsleiter Linus Sklenarz bei einer Führung durch den blauen Container-Komplex erklärt. Die Insassen können auch Sport treiben: Im Freien stehen beispielsweise ein Basketballkorb und eine Tischtennisplatte.

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Das neue Abschiebegefängnis am Münchner Flughafen

Essenszeit orientiert sich am Glauben

Drei Mal am Tag gibt es Essen, und dabei nimmt man gerade auch auf den Fastenmonat Ramadan Rücksicht: Fünf der acht Insassen sind praktizierende Muslime. Sie bekommen das Frühstück schon am Abend, damit sie es rechtzeitig vor Sonnenaufgang essen können.

Drei Jahre Provisorium

Das provisorische Abschiebegefängnis mit Containern war im Herbst 2018 eröffnet worden und heftig umstritten: Die Bedingungen seien den Häftlingen nicht zuzumuten, außerdem sei die Einrichtung zu wenig ausgelastet und damit zu teuer. Die Container befanden sich zunächst in einem angemieteten Hangar. Nach Ablauf des Mietvertrags wurden sie dann Anfang 2020 ins Freie verlagert.

Abgeschoben trotz geplanter freiwilliger Rückkehr

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