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Ein Thema, das das Netz bewegt: Altersarmut bei Frauen | BR24

© picture alliance/Ulrich Baumgarten

In Bayern mussten 2017 rund 41.600 Frauen ihre Rente mit Grundsicherung aufstocken, weil sonst das Geld zum Leben nicht reicht.

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    Ein Thema, das das Netz bewegt: Altersarmut bei Frauen

    Rund 41.600 Frauen in Bayern bezogen 2017 so wenig Rente, dass sie zusätzlich auf eine Grundsicherung angewiesen waren. Und selbst das reicht oft nicht zum Leben aus. Bei Facebook, Twitter und auf BR24.de reagierten User betroffen und empört.

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    Statistisch gesehen sind deutlich mehr Frauen als Männer von Armut im Alter bedroht. Viele macht das wütend, sie kritisieren, dass Alte oft nur mehr als Kostenfaktor gesehen werden:

    "In der heutigen Zeit ist vor allen Dingen der Rentner nichts mehr wert...! Er ist nur noch ein missliebiger Kostenfaktor. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen…! Sehr oft verabschiedet in die staatlich verordnete Armutsrente." User Fox auf BR24.de

    Viele macht wütend, dass sich Frauen um die Erziehung der Kinder kümmern, deswegen Teilzeit arbeiten, um später in die Altersarmut abzurutschen.

    "Kinder kriegen lohnt sich für Frauen einfach nicht", schreibt Sev Anna Erin auf Facebook.

    "Niemand müsste in diesem reichen Land im Alter arm sein! Aber Frauen werden bei uns auch schon vorher schlechter gestellt. Sie verdienen bei gleicher Arbeit weniger Geld und werden noch seltener für eine Führungsposition ausgesucht. Warum lassen Frauen sich das nur gefallen? Und wir sollten uns fragen, was das über uns als Gesellschaft aussagt." User Sven Gudd auf Facebook

    Viele Nutzerinnen und Nutzer fordern die Politik auf, so frühzeitig wie möglich entgegenzuwirken: "Der Mindestlohn muss so hoch sein, dass nach 35 Jahren Arbeit eine akzeptable Rente erzielt wird", schreibt Roetelsein auf BR24.de

    Empfänger der Grundsicherung könnten von einer Grundrente profitieren, glauben viele Nutzer.

    Mancher sieht das bedingungslose Grundeinkommen als Lösung auch für bedürftige Rentner.

    "Statt mit vielen, schlecht funktionierenden, kaum kontrollierbaren Einzelmaßnahmen für jede Art von Transferleistungen an Bedürftigen herum zu jonglieren, könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen fast(!) alle diese Themen obsolet machen." Schwarzerpeter auf BR24.de

    Nur eine Legende: Kasse zahlt Omas Medizin nicht?!

    Wir haben viel Lob für die Recherchen zur Altersarmut von Frauen bekommen, viel Echo im Netz. Wir haben aber Zweifel, ob die in einer früheren Fassung zitierte traurige Geschichte so stimmt:

    "In der Apotheke stand eine ältere Dame und fragte, ob sie das verschriebene Medikament (60€) in Raten abzahlen kann, sie hatte ein Privatrezept erhalten, weil die Kasse die Kosten nicht mehr übernimmt. Sie habe sonst kein Geld mehr für den Monat zum Leben." Userin Realistin1 auf BR24.de

    Wir haben das veröffentlicht, weil: jeder kennt jemanden, der so eine ähnliche Geschichte schon mal gehört hat - muss also stimmen. Wirklich? Obwohl die Geschichte jeder kennt, kennen wir bis jetzt niemanden, der jemanden kennt, der sie selbst erlebt hat. Unser Gesundheitsexperte Nikolaus Nützel kannte das Problem - und machte uns drauf aufmerksam: Wir sind offenbar einer "Urban Legend" aufgesessen, unglaublich, aber deswegen noch lang nicht wahr. Gern verbreitet und von interessierter Seite auch missbraucht für unlautere Zwecke: Sozialstaats-Bashing. Da wollen wir kein Handlanger sein. Gut, dass wir Experten wie den Kollegen Nützel haben, aus der BR-Redaktion Wirtschaft und Soziales. Er hat uns erklärt, wie es wirklich ist, dass medizinisch notwendige Medikamente von der Kasse weiter bezahlt werden. Wir konnten also geraderücken, was korrekt zitiert, aber inhaltlich nicht richtig war. Richt ist, was Nützel in einem Artikel der Rubrik #Faktenfuchs schreibt: "Zahlen Krankenkassen notwendige Medikamente nicht mehr?" Seine Antwort ist differenziert: Die Kassen zahlen. Tatsache ist allerdings auch, dass die Selbstbeteiligung der Patienten an Arzneien in den vergangenen Jahren gestiegen ist.