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Ein Streitfall geklärt mit der Grafschaft in Pappenheim | BR24

© picture-alliance/dpa

Die Stadt Pappenheim ärgert sich über die ansässige Grafschaft wegen Renovierungsarbeiten am Neuen Schloss und wegen vier Quadratmeter Grund.

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    Ein Streitfall geklärt mit der Grafschaft in Pappenheim

    In einem Streitfall zwischen der Stadt Pappenheim und der ansässigen gräflichen Familie von und zu Egloffstein ist ein Urteil gefallen. Das Verwaltungsgericht Ansbach hat entschieden, dass die Grafschaft keine Gelder an die Stadt zurückzahlen muss.

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    Das Verwaltungsgericht Ansbach hat am Freitag (24.01.20) entschieden, dass die Grafschaft keine Gelder an die Stadt zurückzahlen muss. Das teilte der Pressesprecher und Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht, Alexander Heinold, dem Bayerischen Rundfunk mit. Der Streit zwischen der Stadt Pappenheim und der gräflichen Familie von und zu Egloffstein geht schon Jahre.

    Gericht gab der Grafenfamilie Recht

    In dem Verfahren ging es um eine Rückzahlung von rund 42.000 Euro. Die Grafenfamilie habe das „Neue Schloss“ teilweise saniert und dafür Geld aus dem Städtebauprogramm erhalten. Aus Sicht der Kommune seien die Bauarbeiten aber anders durchgeführt worden, als im Vorfeld abgemacht. So sei die vereinbarte Sanierung der vom Marktplatz aus sichtbaren Südfassade des Schlosses bislang nicht ausgeführt worden. Stattdessen hätte die Familie zunächst die Nordfassade vorgezogen. Daher forderte die Stadt die genannte Summe zurück. Dem entgegnete die gräfliche Familie, dass die Sanierungen an der Nordfassade dringlicher gewesen seien, um das Denkmal zu schützen. Die Richter am Ansbacher Verwaltungsgericht haben die Klage der Stadt Pappenheim nun abgewiesen. Eine Urteilsbegründung liegt noch nicht vor. Bei einer vorangegangenen Verhandlung im vergangenen Jahr sah es zunächst nach einer gütlichen Einigung zwischen den beiden Parteien aus. Dazu war es dann letztendlich nicht gekommen.

    Weitere Streitfrage steht im Raum

    Aus dem Ärger um den Sanierungsfall ist vor einigen Jahren ein weiterer Streit entstanden. Darin geht es um ein vier Quadratmeter große Fläche in Pappenheim, die der gräflichen Familie gehört. Sie kündigte an, das Grundstück einzuzäunen. Damit wäre es der Stadt Pappenheim jedoch nicht mehr möglich, einen Parkplatz zu sanieren, da dieser nur über diese Privatfläche zu erreichen ist. Die Sanierungsarbeiten würden so blockiert. Alle Versuche, diese Fläche zu kaufen oder unter annehmbaren Bedingungen zu tauschen, seien gescheitert, so die Stadt Pappenheim. Daher will die Kommune die gräfliche Familie von und zu Egloffstein enteignen. Ein entsprechender Antrag liegt dem Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen vor.