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Ein Radweg, den man nicht sieht – ADFC kritisiert Nördlingen | BR24

© BR / Tobias Chmura

Ein Radweg in Nördlingen – rechts abbiegende Radfahrer können ihn kaum wahrnehmen, kritisiert der ADFC

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Ein Radweg, den man nicht sieht – ADFC kritisiert Nördlingen

In vielen Städten und Gemeinden ist das Auto nach wie vor Fortbewegungsmittel Nummer 1. Radfahrer haben es da nicht immer leicht – etwa wenn Radwege so gestaltet werden, dass man sie gar nicht erst sieht: ein Beispiel aus Nördlingen.

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Auf dem Inneren Ring in Nördlingen ist ein Radfahrer unterwegs. Er biegt nach rechts in die Nürnberger Straße ab. Die Ampel zeigt grün. Dennoch: Der Radfahrer hat etwas Verbotenes getan. In diesem Fall ist es Udo Niemeyer, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) im Landkreis Donau-Ries. Er erklärt, "ich bin abgebogen, obwohl auf der gegenüberliegenden Seite ein Fuß- und Radweg vorhanden ist, der benutzungspflichtig ist."

Radfahrer können benutzungspflichtigen Radweg nicht sehen

Das Problem: Wer hier, so wie Udo Niemeyer, mit dem Rad rechts abbiegt, kann nicht erkennen, dass der Weg auf der anderen Straßenseite nicht nur ein Fuß-, sondern auch ein benutzungspflichtiger Radweg ist.

ADFC kritisiert Vernachlässigung der Radfahrer

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, kurz ADFC, kritisiert, dass es solche Stellen in vielen Gemeinden gibt. Für die verantwortlichen Straßenplaner hat Niemeyer aber ein Stück weit Verständnis: "Man muss sagen, dass die Mehrheit das noch nicht erkannt hat. Sie müssen auch überlegen, man nimmt das nur wahr, wenn man aktiver Radfahrer ist und sich mit den Gesetzen auch beschäftigt hat," sagt der ADFC-Vorsitzende im Landkreis Donau-Ries.

ADFC-Forderungen: Einbahnstraßen für Radfahrer freigeben

In der Nördlinger Altstadt gibt es viele Einbahnstraßen. Der ADFC fordert: Die könnte man mit einem Schild "Fahrrad frei" in beide Richtungen freigeben. Radler kämen viel schneller durch die Altstadt.

Augenmerk bislang auf dem Vermeiden von Unfällen

Vernachlässigt habe man die Radfahrer nicht, sagt dagegen Nördlingens Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel: "Man hat auch in der Vergangenheit schon Maßnahmen für Radfahrer ergriffen", sagt Sigel. Die seien aber eher punktuell gewesen – vor allem dort, wo Unfälle aufgetreten seien.

Nördlingen will neues Konzept für Radverkehr

Die Stadt hat jüngst ein Planungsbüro beauftragt. Das erarbeitet nun ein Konzept für den Radverkehr in ganz Nördlingen. Das Ziel: den Radverkehr ausbauen. Auf eine Fragebogen-Aktion für das neue Konzept gingen 500 Antworten ein.

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In vielen Städten und Gemeinden ist das Auto nach wie vor Fortbewegungsmittel Nummer 1. Radfahrer haben es da nicht immer leicht - etwa wenn Radwege so gestaltet werden, dass man sie gar nicht erst sieht: ein Beispiel aus Nördlingen.