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Ein Monat Rezo-Video: Wie stellt sich die CSU online auf? | BR24

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Fast 15 Millionen Aufrufe hat das Video "Die Zerstörung der CDU" von Youtuber Rezo einen Monat nach der Veröffentlichung. Zahlen, von denen die Social Media Kanäle der CSU nur träumen können. Und nun? Wie kann die Partei online reagieren?

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Ein Monat Rezo-Video: Wie stellt sich die CSU online auf?

Fast 15 Millionen Aufrufe hat das Video "Die Zerstörung der CDU" von Youtuber Rezo einen Monat nach der Veröffentlichung. Zahlen, von denen die Social Media Kanäle der CSU nur träumen können. Und nun? Wie kann die Partei online reagieren?

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Während die CDU eher hilflos auf das Video von Youtuber Rezo reagiert hat, hielt und hält sich die CSU auch vier Wochen nach der Veröffentlichung bedeckt. Auf Anfrage des BR schreibt die Parteizentrale:

"Beim Video von Rezo haben wir uns dafür entschieden, nicht darauf zu reagieren, da es in erster Linie an die CDU adressiert war." Stellungnahme der CSU

Youtuber Rezo nennt sein Video zwar "Die Zerstörung der CDU", gleich am Anfang stellt er allerdings klar: "Wenn ich CDU sage in diesem Video, dann meine ich CDU und / oder CSU." Zusammen bilden sie die Unionspartei, so Rezo: "Aber ich nenn' das Ganze einfach CDU, weil das ist leichter."

Rezo kritisiert auch CSU-Abgeordnete

Neben Angela Merkel, Sigmar Gabriel, Martin Schulz kritisiert Rezo im Video zum Beispiel auch Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, bald Europaabgeordnete und Mitglied der CSU. Auch die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier hat einen kurzen Auftritt im Video.

Weniger als 16 Prozent der Unter-25-Jährigen haben CSU gewählt

Die Kritik gerade von jungen Youtubern trifft einen wunden Punkt, denn die CSU weiß, dass sie die jungen Leute mehr ansprechen muss. Daran arbeitet sie seit Monaten. Die Europawahl hat gezeigt, dass bei CSU - wie auch bei CDU und SPD - viel Luft nach oben ist. Die CSU konnte laut infratest/dimap bei den Unter-25-Jährigen weniger als 16 Prozent holen. Auch die parteieigene Nachwuchsorganisation Jungen Union hat immer weniger Mitglieder: in den 80er Jahren waren es noch 55.000 Leute, jetzt sind es noch 22.500.

Schlagkräftiger, Service orientierter und effektiver

Am Tag nach der Europawahl sagte Parteichef Markus Söder deshalb, die CSU müsse "jünger, moderner, wie ich immer sage 'cooler' werden." Ein Interview zur Neuausrichtung lehnt die CSU-Parteizentrale im Moment ab. Schriftlich heißt es, der Erneuerungsprozess schreite voran. Man stelle auch die Parteileitung schlagkräftiger, Service orientierter und insgesamt effektiver auf.

"Die Kommunikation wird schneller und direkter, wir denken Online-Kommunikation und klassische Pressearbeit gemeinsam. Dies ist ein permanenter Prozess, dessen Ergebnisse Sie auf unseren verschiedenen Kommunikationskanälen teilweise jetzt schon sehen können und in Zukunft noch intensiver sehen werden." Schriftliche Stellungnahme aus der CSU-Parteizentrale

Eigene CSU-Youtube-Formate

Auf Youtube und Facebook veröffentlicht die CSU seit ein paar Monaten zum Beispiel das Videoformat "FragCSU". Im Video nach der Europawahl etwa liest Generalsekretär Markus Blume Facebook-Kommentare vor und reagiert darauf. Das Video hat bisher auf Youtube gut 100 Aufrufe, auf Facebook knapp 8.000. Ein vorheriges Video, vor zwei Monaten auf Youtube veröffentlichtet, hat zum Beispiel 340 Aufrufe.

Dialog auf Augenhöhe

Muss die CSU cooler werden, wie Parteichef Markus Söder sagt? Wenn man junge Leute auf der Straße fragt, hört man immer wieder, Coolness ist ihnen gar nicht so wichtig. Sie haben einen anderen Tipp: mehr Dialog und auf Augenhöhe kommunizieren.

Das sieht auch Sonja Kretzschmar, Professorin für Innovationen im Journalismus an der Bundeswehr Universität München, als zentralen Ansatz für die Online-Strategie von CSU und Co. Sie rät der Partei, genau zu schauen, wie man als Partei mit jungen Erwachsenen ins Gespräch kommen kann und was sie interessiert, so Kretschmar.

"Es geht ja nicht nur darum, Ideen frontal zu vermitteln, nach dem Motto: 'Wenn es ein Vermittlungsproblem ist, dann müssen wir diese Stellschraube verändern.' Das allein kann es nicht sein." Sonja Kretzschmar, Bundeswehr Universität München

Bis zum Herbst will CSU-Generalsekretär Markus Blume konkrete Vorschläge vorlegen, wie seine Partei insgesamt moderner, jünger und weiblicher werden kann.

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Das Youtube-Video des Bloggers Rezo hat die Union aufgeschreckt. Seither ist klar: Am Internet-Auftritt muss gearbeitet werden, auch bei der CSU.