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Eine Schwabacher Familie hat dem Stadtpark ein fantasievolles Mini-Wichteldorf beschert. Eine Idee, die nicht nur unter Kindern Anhänger findet.

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Ein Mini-Wichteldorf im Schwabacher Stadtpark

Ein bisschen Zauber und warme Gedanken tun gerade in Pandemiezeiten gut. Das dachte sich auch eine Schwabacher Familie und bescherte dem Stadtpark ein fantasievolles Mini-Wichteldorf. Eine Idee, die nicht nur unter Kindern Anhänger findet.

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Von
  • Olga Henich

Er wohnt versteckt in einem Baum. Erst wer genauer hinguckt, erkennt den kleinen Kieselweg, der zum liebevoll dekorierten Reich des Wichtels führt. Sein Domizil ist nicht größer als ein Vogelhaus und sein Miniaturgarten ist passend zur Winterzeit mit kleinen Christbaumkugeln und Tannenbäumchen geschmückt. Das Besondere daran verbirgt sich aber nicht im bunten Holzhäuschen, sondern in den Köpfen der Kinder. Denn die spinnen sich beim Anblick des Wichteldorfs ihre ganz eigene Geschichte zusammen.

Wichtelhaus weckt Kinderfantasie und bringt Freude

"Kommunizieren kann man mit dem Wichtel im Gehirn", erklärt der achtjährige Noah, der mit seiner Mutter einen Spaziergang im Stadtpark macht. "Ich mag ihn sehr und finde es richtig interessant, dass es hier so einen Wichtel gibt", fügt seine sechsjährige Schwester Emma hinzu. Auch für andere Kinder ist das Wichtelhaus mittlerweile die erste Anlaufstelle im Park. Sie untersuchen, was sich seit dem letzten Besuch im Dörfchen getan hat, bringen kleine Geschenke wie Steinchen und Spielfiguren mit und warten auf neue Post vom Wichtel. Die Eltern wiederum freuen sich über Abwechslung für ihre Kinder. "Ich finde es voll süß, weil man in eine Welt eintaucht, die es gerade nicht gibt", sagt eine Mutter.

Kommunikation mit dem Wichtel über Briefe

Verantwortlich für diesen Spaß sind Mama Silvia Knapp und ihre sechsjährige Tochter Pia. Die Idee für das kleine Wichteldorf kam ihnen noch im Frühjahr beim ersten Lockdown. "Wir wollten gerade in diesen Zeiten etwas Abwechslung schaffen, damit die Leute von allen Problemen etwas abschalten können. Gerade die Kinder sollten ihre Fantasie benutzen, um sich eine geheime Welten zu erschaffen", sagt die Erfinderin des Wichteldörfchens Silvia Knapp. Ihre Inspirationsquelle ist ihre Tochter. Pia schreibt dem Wichtel regelmäßig Briefe und besucht ihn im Park.

Wichtel kommt dank hoher Nachfrage zurück

Dass die Aktion auf so große Resonanz stößt, hat die Familie im Frühjahr nicht erwartet. Einige Male wurde das Wichteldörfchen im ersten Lockdown leider auch beklaut und zerstört. Daraufhin hat sich der friedliebende Wichtel verabschiedet. Kurze Zeit später erreichten Silvia Knapp über die Facebook-Seite des Wichtels viele Zuschriften, dass die Kinder ihren Fantasiefreund sehr vermissen. Manche Besucher brachten an die leerstehende Stelle weiterhin kleine Geschenke vorbei. Pünktlich zu den Feiertagen kam der Wichtel wieder zurück.

Aus der Idee wird eine Wichtelmanufaktur

Inzwischen hat Familie Knapp in ihrer Freizeit alle Hände voll zu tun. Einige wünschen sich nun ein Wichtelhaus für das eigene Zuhause und Silvia Knapp bekommt bis zu zehn Bestellungen pro Tag. Aus der Idee ist mittlerweile eine generationsübergreifende Wichtelmanufaktur entstanden. Großvater Thomas Michel ist Rentner und nutzt die Zeit, um die Holzhäuschen zu bauen, Mama Silvia bemalt sie und Tochter Pia liefert die kindliche Fantasie. Wenn sich der Wichtel weiterhin wohl fühlt, wird er im Schwabacher Stadtpark auch länger bleiben, versichert Silvia Knapp. Bald darf er sich nämlich auf zauberhafte Mitbewohner freuen. Ein kleines Feen- und Elfendomizil ist bereits in Planung.

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