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"Ein Mietenstopp führt nur dazu, dass keiner baut" | BR24

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In der Münchner Runde wurde emotional über das Thema Wohnungsraum diskutiert - im Zentrum stand dabei das Volksbegehren zum sechsjährigen Mietenstopp.

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"Ein Mietenstopp führt nur dazu, dass keiner baut"

Was tun gegen den Mieten-Wahnsinn in Bayern? Während die einen sich mit einem sechsjährigen Mietenstopp eine Atempause erhoffen, sieht der bayerische Minister für Wohnen und Bau die Lösung in den Kommunen. Darüber diskutierte die "Münchner Runde".

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Über einen Mietenstopp würden sich vermutlich viele Menschen in Bayern freuen. Denn falls die Initiative "#6 Jahre Mietenstopp" Erfolg hätte, dürften die Mieten von laufenden Mietverträgen für sechs Jahre nicht erhöht werden. Doch was ist mit den Menschen, die auf dem angespannten Wohnungsmarkt erst gar keine bezahlbare Wohnung finden?

Darüber diskutierte BR-Chefredakteur Christian Nitsche in der ersten Ausgabe der neuen "Münchner Runde" mit Natascha Kohnen, der Vorsitzenden der Bayern-SPD, Hans Reichhart, Bayerns Bau- und Verkehrsminister, Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands (IVD), und Felix Leibrock, evangelischer Pfarrer und Buchautor.

Verkehrsminister: Neues Bauland ist notwendig

Ein Mietenstopp bringe keine neuen Wohnungen, sondern führe nur dazu, dass keiner baue, betonte der bayerische Minister für Wohnen und Bau, Hans Reichhart, in der Münchner Runde. Man müsse verstärkt Bauland in den Kommunen ausweisen, um den Wohnungsmarkt zu entspannen.

"Die Kommunen sind gefordert, um neues Bauland zu schaffen." Hans Reichhart, Bayerischer Minister für Wohnen und Bau

Wem gehören die Wohnungen in Augsburg, München und Würzburg? Wo fließt die Miete hin und wer profitiert von den steigenden Preisen? Gemeinsam mit den Bürger*innen möchten BR und Correctiv den Immobilienmarkt transparenter machen. Helfen Sie mit!

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Immobilienverband fordert Unterstützung der Kommunen

Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands Deutschland, pflichtete dem grundsätzlich bei, gab allerdings zu bedenken, dass die Kommunen Grundstücke häufig nur sehr teuer verkauften. Das verhindere günstiges Bauen. Bereits im Vorfeld der Münchner Runde hatte Schick im Interview mit dem BR eine stärkere Unterstützung der Kommunen gefordert. Viele würden sich scheuen, Bauland auszuweisen, aus Angst vor steigenden Kosten für die Infrastruktur, wie Straßen und Wasserversorgung.

"Wenn die Kommunen Grundstücke nur zum Höchstpreis verkaufen, dann kann nicht billig gebaut werden." Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands Deutschland

"Die öffentliche Hand muss das Land wieder in ihre Hand bekommen"

Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen ging noch einen Schritt weiter: Kommunen, Städte, das Land müssten den Wohnraum wieder in die eigene Hand bekommen. Denn nur dann bleibe Wohnraum bezahlbar.

Der unter anderem von der SPD in Bayern geforderte Mietenstopp nimmt Neubauten aus. Das Bündnis erhofft sich von dem Einfrieren der Mietpreise eine Atempause von sechs Jahren, "damit wir bauen können", so Konen.