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Ein Jahr unterfränkisches Ankerzentrum in Schweinfurt | BR24

© Norbert Steiche/BR-Mainfranken

Vor einem Jahr hat in Schweinfurt das sogenannte Ankerzentrum für geflüchtete Menschen mit geringer Bleibeperspektive eröffnet. Inzwischen ist das Zentrum in die Nähe von Geldersheim umgezogen. Es ist die einzige derartige Einrichtung Unterfrankens.

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Ein Jahr unterfränkisches Ankerzentrum in Schweinfurt

Vor einem Jahr hat in Schweinfurt das sogenannte Ankerzentrum für geflüchtete Menschen mit geringer Bleibeperspektive eröffnet. Inzwischen ist das Zentrum in die Nähe von Geldersheim umgezogen. Es ist die einzige derartige Einrichtung Unterfrankens.

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Seit genau einem Jahr gibt es in Unterfranken das sogenannte Ankerzentrum für geflüchtete Menschen mit einer geringeren Bleibeperspektive. Die Bilanz ist laut seinem Leiter, Alexander Warkotsch, durchweg positiv.

Von den Ledward Barracks in die Conn Barracks

Zunächst war die Einrichtung in der "Erstaufnahme für Flüchtlinge" in der ehemaligen US-Ledward-Kaserne untergebracht. Dann wurde sie in die ehemalige US-Conn-Kaserne zwischen Geldersheim und Niederwerrn unmittelbar vor den Toren Schweinfurts verlegt. Ende Juni war der Umzug abgeschlossen. Maximal 1.500 Menschen sollen hier bis zu 24 Monate leben können. Im Augenblick ist die Einrichtung allerdings mit etwa 680 Flüchtlingen nur etwa zur Hälfte belegt.

Zusammenleben unterschiedlichster Nationalitäten

Menschen aus Algerien, Armenien, Ghana, der Elfenbeinküste, Nigeria, Somalia und Syrien leben in der Ankereinrichtung. Die Chancen auf Asyl-Anerkennung sind unterschiedlich. Für Geflüchtete aus Algerien, Armenien, der Elfenbeinküste und Nigeria liegen sie zwischen zwei und 14 Prozent, bei Menschen aus Somalia bei bis zu 41 Prozent. Wer nicht als Flüchtling anerkannt wird und kein Asyl erhält, muss das Land wieder verlassen oder muss mit seiner Abschiebung rechnen. Ein junger Mann aus Syrien berichtet, er habe politisches Asyl erhalten und sei darüber sehr erleichtert. In seinem Heimatland sei er als Oppositioneller in Abwesenheit zu elf Jahren Haft verurteilt worden.

💡 Was ist ein "Ankerzentrum"?

Das Wort "Anker" steht für für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Um diese Aufgaben zu bewältigen, sollen mehrere Institutionen in den sogenannten Ankerzentren eng vernetzt miteinander arbeiten: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die Bundesagentur für Arbeit, Jugendämter sowie Ausländerbehörden und Verwaltungsgerichte. Kurze Wege sollen Verfahren beschleunigen. Die Aufgaben werden gebündelt erfüllt.

Zunächst wird die Identität der Flüchtlinge festgestellt. Nach der Altersbestimmung werden unbegleitete Minderjährige durch Jugendbehörden in Obhut genommen. Erwachsene bleiben in den „Anker-Einrichtungen“.

Der Aufenthalt in den "Ankerzentren" soll in der Regel maximal 18 Monate dauern, bei Familien mit minderjährigen Kindern sechs Monate. Laut Koaltionsvertrag sollen nur noch diejenigen auf die Kommunen verteilt werden, für die eine positive Bleibeprognose bestehe. Alle anderen sollen aus den "Ankerzentren" in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.