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Ein Jahr nach Udo: 2.500 neue Funde in der Hammerschmiede | BR24

© BR/Rupert Waldmüller

Bei Grabungen in der Lehmgrube Hammerschmiede bei Pforzen haben die Paläontologin Madelaine Böhme und ihr Team zahlreiche Entdeckungen gemacht.

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Ein Jahr nach Udo: 2.500 neue Funde in der Hammerschmiede

Vergangenes Jahr hat die Lehmgrube Hammerschmiede bei Pforzen Aufsehen erregt: Wissenschaftler entdeckten dort Überreste von "Udo", dem wohl ältesten aufrecht gehenden Menschenaffen. Derzeit wird in der Hammerschmiede wieder gegraben – und gefunden.

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Hunderte Wirbel von Schlangen, Knochen von Riesensalamandern, Teile eines Antilopen-Skeletts und komplette Schildkrötenpanzer – die Wissenschaftler um die Tübinger Paläontologin Madelaine Böhme haben in der Hammerschmiede im Ostallgäu wieder Millionen Jahre alte Überreste aus dem Ton gegraben und gewaschen. Ein besonderer Fund dabei: ein Teilskelett eines Baby-Hauerelefanten.

Überreste eines Baby-Hauerelefanten entdeckt

In Süddeutschland sei ein solches Jungtier bisher noch nicht gefunden worden, sagt Professorin Böhme. Möglicherweise sei dieser Fund in der Lehmgrube bei Pforzen auch der erste Fund eines solchen Baby-Hauerelefanten weltweit.

Funde könnten wissenschaftlich noch für Furore sorgen

Unter den 2.500 Funden der vergangenen fünf Wochen sind laut Böhme auch "Dinge, die wissenschaftlich noch für Furore sorgen werden". Noch will sie über Einzelheiten nicht offen sprechen. Die Fossilien werden zunächst ins Labor an die Uni Tübingen gebracht und dort analysiert. "Das braucht alles seine Zeit, aber die Öffentlichkeit kann schon gespannt sein, was wir so alles im Detail gefunden haben", sagt Böhme.

Forscher hoffen auf Überreste von Udos Artgenossen

Das Team der Uni Tübingen hofft auch darauf, weitere Überreste von Udos Artgenossen in der Hammerschmiede ausgraben zu können. Knochen des Menschenaffen Udo selbst werden allerdings sicher nicht dabei sein: In der Lehmgrube wird nach wie vor Ton abgebaut – die Udo-Fundstelle ist von den Baggern längst abgegraben. Zwei andere Grabungsstätten sind mittlerweile aber unter Schutz gestellt.

Grabungen im nächsten Jahr noch ungewiss

Wenn das Wetter es zulässt, wollen die Tübinger Wissenschaftler noch bis Ende kommender Woche in der Hammerschmiede weiterarbeiten. Ob sie im nächsten Frühjahr die Grabungen in der Tongrube wieder aufnehmen können, ist noch unklar. Da gelte es, die weiteren Gespräche abzuwarten, sagt Fabian Reder von der Baufirma Geiger, die den Abbau in der Lehmgrube betreibt. "Dann werden wir sehen, welche Lösungen da gefunden werden."

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