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Ein Jahr nach Gänse-Abschuss: die Situation am Wöhrder See heute | BR24

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Der Abschuss von Wildgänsen am Wöhrder See in Nürnberg löste große Proteste aus. Die Stadt Nürnberg ist daraufhin neue Wege gegangen, um das Problem zu lösen. So ist die Situation vor Ort heute.

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Ein Jahr nach Gänse-Abschuss: die Situation am Wöhrder See heute

Vor rund einem Jahr hat die Stadt Nürnberg die Wildgänse am Wöhrder See zum Abschuss freigegeben. Nach heftigen Protesten probierte die Stadt andere Methoden aus, um das Gänse-Problem zu lösen. So ist die Situation am See heute.

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7 Uhr morgens: Mehr als 100 Gänse haben sich bei der Norikusbucht auf der Wiese und im Wasser versammelt. Ihre Hinterlassenschaften sind überall zu sehen: Kot und Federn liegen im Gras. Gut zwei Stunden wird ein Reinigungstrupp von Noa.kommunal, eine Tochtergesellschaft der Stadt Nürnberg, im Schnitt damit beschäftigt sein, den Gänsekot zu entfernen. Es kann aber auch länger dauern, wenn die Fläche stark verschmutzt ist, sagt Thomas Mantarlis von Noa.kommunal.

Mehrere Mülltüten Gänsekot

Das dreiköpfige Team ist bis auf Samstag jeden Morgen hier unterwegs. Seit ein paar Monaten beseitigen die Reinigungskräfte mit Rechen und Schaufeln den Gänsedreck. Vier bis fünf Mülltüten fallen jeden Tag an, so Mantarlis. Ein spezieller Kotsauger soll bald die Arbeit erleichtern – noch ist die Maschine aber nicht im Einsatz. Für das Reinigungskonzept hat die Stadt Nürnberg in diesem Jahr 200.000 Euro eingeplant.

Gänse-Abschuss löste Empörung aus

Die Stadt will den Gänsen aber nicht nur hinterherputzen, sondern ihre Zahl auch verringern – ohne sie zu schießen, denn der Protest dagegen war im vergangenen Jahr groß. Nachdem die Stadt Nürnberg den Abschuss der Gänse Ende Juli erlaubte und wenige Wochen später Gänse getötet wurden, war die Empörung riesig. Der zuständige Bürgermeister Christian Vogel (SPD) erhielt gar Morddrohungen.

Ablenkungsflächen und Eierklau

Die Stadt entschied sich daraufhin für andere Wege, um das Gänse-Problem zu lösen: Ablenkungsflächen, die die Gänse weglocken sollen, wurden geschaffen. Außerdem wurden in den Nestern der Wildgänse gezielt Eier zerstört. Laut dem Servicebetrieb Öffentlicher Raum (SÖR), waren die Maßnahmen erfolgreich. Die Zahl der Gänse halbierte sich auf rund 60, so SÖR.

An diesem Morgen hielten sich jedoch mehr als 100 Gänse wieder an der Norikusbucht auf. Auch weil sie gefüttert wurden – trotz Verbotsschilder.