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Ein Jahr Klimanotstand: Stadt Erlangen zieht erste Bilanz | BR24

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Vor einem Jahr hat die Stadt Erlangen den Klimanotstand ausgerufen. Zuvor hatten die Aktivisten von Fridays for Future Druck gemacht. Die Aufbruchsstimmung von damals ist aber verflogen: Zu wenig sei seitdem passiert, so die Kritik.

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Ein Jahr Klimanotstand: Stadt Erlangen zieht erste Bilanz

Als erste Stadt Bayerns hatte Erlangen, auf Druck lokaler Fridays for Future-Aktivisten, den Klimanotstand ausgerufen. Ein Jahr danach zieht die Stadt eine erste Bilanz.

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Ein Jahr Klimanotstand in Erlangen. Das heißt, seit einem Jahr werden im Erlanger Stadtrat alle Beschlüsse dahingehend überprüft, welche Auswirkungen sie aufs Klima haben. Außerdem werden die Maßnahmen priorisiert, die den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen.

Erlangen setzt auf Förderung des Radverkehrs

Die Stadt setzt unter anderem verstärkt auf die Förderung des Radverkehrs. 975.000 Euro sollen in diesem Jahr etwa in bessere Radwege fließen. Zudem werden in der Innenstadt auf 60 Autostellplätzen insgesamt 1.000 Fahrradbügel aufgestellt. Auch der öffentliche Nahverkehr werde gestärkt, teilte die Stadt mit. Unter anderem wurden 2020 die Tarife nicht erhöht.

Energie sparen für den Klimaschutz

Ein weiterer Schwerpunkt seien Energiesparmaßnahmen. Die Stadt will in Zukunft nicht nur die Dächer, sondern auch die Fassaden städtischer Gebäude für Photovoltaikanlagen nutzen – etwa am Rathaus. Eine weitere Maßnahme sei es, die Ampeln und Straßenlaternen auf LED umzurüsten. Jede Anlage mit LED-Technik spare bis zu 95 Prozent Strom gegenüber der alten Technik ein. Einen wichtigen Beitrag haben auch die Erlanger Stadtwerke geleistet, heißt es in einer Mitteilung. Seit dem Frühjahr 2020 werde im Heizkraftwerk keine Kohle mehr verbrannt.

Ziele des Klimaschutzabkommens werden nicht erreicht

Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) gibt aber auch zu: Die zahlreichen Einzelmaßnahmen reichen nicht aus, um vor Ort dafür zu sorgen, dass sich die Erde um weniger als zwei Grad Celsius erwärmt. So sieht es das Pariser Klimaschutzabkommen vor.

Umweltschützer und Stadt wollen Bürger stärker einbeziehen

Der Klimanotstand basiert auf einer Selbstverpflichtung, rechtlich bindend ist er nicht. Auch den Umweltaktivisten gehen die Maßnahmen nicht weit genug, sagt Lydia van Odijk von der Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion, die zusammen mit Fridays for Future zu Demos vor dem Erlanger Rathaus aufgerufen hatte. Die junge Aktivistin fordert, dass die Stadt verbindlich festschreibt, bis wann sie klimaneutral werden will. Zudem sollen die Bürger mehr in den Prozess einbezogen werden. Auch die Stadt sieht die Notwendigkeit, die Bürger in Zukunft noch mehr zu informieren und zu motivieren, selbst einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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Mitglieder der Fridays for Future-Bewegung in Erlangen 2019

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