Ein Mann mit FFP2-Maske wartet am Bahnsteig auf die S-Bahn.
Bildrechte: BR/Johanna Schlüter

Ein Mann mit FFP2-Maske wartet am Bahnsteig auf die S-Bahn.

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    Ein Jahr FFP2-Maskenpflicht in Bayern – ein Zwischenfazit

    Ein Jahr FFP2-Maskenpflicht in Bayern – ein Zwischenfazit

    Vor genau einem Jahr hat Ministerpräsident Markus Söder die FFP2-Maskenpflicht in Bayern verkündet. Aber warum sind sie so wichtig? Welche Probleme sind im letzten Jahr entstanden? Und was sagt die Wissenschaft? Eine Bilanz.

    Unterwegs im Münchner Nahverkehr, ein Jahr nach Einführen der FFP2-Maskenpflicht. Ein Jahr, in dem es, bis auf kurze Ausnahmen, hieß: Wer in Bayern Zug oder öffentlich fährt, in den Supermarkt, das Bekleidungsgeschäft oder zum Friseur geht, kommt um eine FFP2-Maske nicht umher. Anders als in anderen Bundesländern. Busfahrer Amir Mahfouz kann das nicht nachvollziehen: "Ich finde es schwierig, wenn Bundesländer verschiedene Regelungen haben", sagt er. Fahrgäste wüssten oft nicht, dass in Bayern die FFP2-Maske gelte. Auch, weil es in vielen anderen Ländern eben nicht der Fall sei. Die Folge: Verwirrung.

    Max-Planck-Studie zeigt: FFP2-Masken bieten besseren Schutz

    Dabei gibt eine jüngst veröffentlichte Studie der Max-Planck-Gesellschaft den strengen bayerischen Regeln recht. Der Leiter der Studie, Professor Eberhard Bodenschatz, sagt: "Wenn ich die Maske richtig aufsetze, dann bin ich um den Faktor zehn besser geschützt." Das heißt: Mit einer FFP2-Maske kann eine Person theoretisch zehn Mal so lange in einer Situation bleiben, in der sie sich mit einer Stoff- oder OP-Maske bereits infiziert hätte.

    "Quarantäne und Impfpflicht: Wohin führt uns Omikron?" Darüber diskutiert die Münchner Runde am 12.01. um 20:15 Uhr im BR Fernsehen und hier auf BR24. Zu Gast sind unter anderem Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), die SPD-Gesundheitspolitikerin Ruth Waldmann sowie die Immunologin Christine Falk vom Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

    Dass FFP2-Masken guten Schutz bieten, bestätigt auch einer der renommiertesten deutschen Aerosolforscher, Dr. Gerhard Scheuch. Seiner Ansicht nach sind FFP2-Masken besser als herkömmliche OP-Masken. Aber nur, wenn sie richtig getragen werden. Scheuch hat selbst die FFP2-Masken getestet: "Die lagen meistens zwischen 95 und 98 Prozent Rückhaltefähigkeit." Das bedeutet: Die FFP2-Masken halten einen Großteil gefährlicher Partikel und Viren zurück.

    Probleme mit der Passform und den Kosten

    Allerdings ist die richtige Tragweise nicht so einfach. Auch in der U-Bahn sieht man hier schon Schwierigkeiten: Vielen Frauen sind die Masken zu groß, häufig ist außerdem der Bügel nicht richtig umgebogen. Und die Masken sind eigentlich nicht für Kinder konzipiert. Darüber hinaus ist für Einkommensschwächere der Kostenfaktor ein wichtiger Punkt. Wer jeden Tag mit Bus und Bahn unterwegs ist, den können FFP2-Masken im Jahr schon bei günstigen Stückpreisen mehrere Hundert Euro kosten. Ein Student in der Münchner U-Bahn erzählt deshalb, dass er seine Maske oft wäscht, um Geld zu sparen. "Das geht auch ganz gut, aber natürlich ist es nicht so ein Komfort, wie sich immer wieder eine Neue zu holen", sagt er.

    Experte rät vom Waschen der Maske ab

    Dabei geht es bei dem Recyclen von Masken nicht nur um Komfort. Experte Dr. Scheuch rät vom Waschen ab: "Man kann es nicht selbst untersuchen, ob die Maske noch funktioniert oder nicht." Es könne durchaus sein, dass eine Maske nach dem Waschen noch genauso aussehe wie früher, aber überhaupt keine Rückhaltekraft mehr habe, sagt der Aerosolforscher.

    Waren solche Bedenken möglicherweise ausschlaggebend dafür, dass sich beispielsweise in Hessen oder auch in Rheinland-Pfalz gegen die FFP2-Pflicht entschieden wurde? Aus Hessen heißt es, man orientiere sich an den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz. Und auf eine Anfrage beim Ministerium in Rheinland-Pfalz erhalten wir folgende Stellungnahme:

    "Im Rahmen der Maskenpflicht in Rheinland-Pfalz ist das Tragen einer OP-Maske, das Tragen einer FFP2-Maske oder einer Maske mit ähnlichem Standard Pflicht. Kombiniert mit ausgewogenen Maßnahmen wie beispielsweise der konsequenten Anwendung der 2G-plus-Regel im Land hat sich dies als gutes Mittel bewährt, sich und andere zu schützen. Die vergleichsweise gute Entwicklung der Zahlen in Rheinland-Pfalz gegenüber anderen Ländern belegt dies."

    Vorteile der FFP2-Maske

    Eberhard Bodenschatz sieht allerdings klare Vorteile bei einer FFP2-Maske. Selbst eine sehr schlampig aufgesetzte FFP2-Maske habe noch den gleichen Schutz wie eine sehr gut aufgesetzte OP-Maske. In der U-Bahn in München jedenfalls gehört die FFP2-Maske für die allermeisten Menschen mittlerweile zum Alltag dazu. Viele bekräftigen, dass sie sich mit der FFP2-Maske in Bus und Bahn sicherer fühlen. Und einige Fahrgäste erzählen sogar, dass sie die Maske weitertragen wollen, selbst wenn die Corona-Pandemie vorbei ist.

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