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Ein Hotel für Familien mit autistischen Kindern | BR24

© BR/Anja Bischof

Das Solidarhotel "Goldener Stern" in Oberwarmensteinach im Fichtelgebirge bietet Urlaub für Familien mit Kindern, die psychisch krank sind.

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Ein Hotel für Familien mit autistischen Kindern

Das Solidarhotel "Goldener Stern" in Oberwarmensteinach im Fichtelgebirge bietet Urlaub für Familien mit Kindern, die psychisch krank sind.

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Wovon viele Familien mit Kindern mit psychischen Erkrankungen träumen, macht ein Hotel im Fichtelgebirge möglich. Es geht um Urlaub in einem Umfeld, das die Kinder mit ihren Besonderheiten akzeptiert. Das Solidarhotel "Goldener Stern" im oberfränkischen Oberwarmensteinach wünscht sich genau diese Familien als Gäste. Die Gastgeber, ein pensionierter Lehrer und eine Erzieherin, kennen deren Schwierigkeiten, einen passenden Urlaubsort zu finden: "Sie haben in anderen Hotels teils böse Erfahrungen gemacht", sagt Theophil Steuer. Er meint damit zum Beispiel schiefe Blicke und böse Kommentare.

Besondere Gäste, besonderer Service

Der "Goldene Stern" in Oberwarmensteinach bietet tatsächlich nichts Außergewöhnliches an. Was ihn so besonders macht, ist die Bereitwilligkeit der Gastgeber, sich auf die Wünsche der Gäste einzulassen. Das kann ein Vater sein, der das Zimmer für seine autistische Tochter umbauen möchte. Oder ein Kind, das nur weiße Dinge isst.

"Die Gäste sollen sich bei uns fühlen, als würden sie heimkommen zu Oma und Opa." Angelika Steuer, Solidarhotel "Goldener Stern"

Dazu gehört auch, dass es laut sein darf, dass Dinge kaputt gehen dürfen. "Kinder dürfen bei uns Kinder sein", ergänzt Theophil Steuer. Das Ehepaar kocht jeden Abend für die Gäste. Manchmal gibt es einen Grillabend mit Stockbrot oder an Feiertagen ein mehrgängiges Menü. Für die jungen Gäste sei immer etwas dabei, verspricht Küchenchef Theo Steuer.

Das Fichtelgebirge vor der Tür

Der "Goldene Stern", nur einen Schneeballwurf von der Skipiste des Geiersbergs entfernt, ist ein Haus aus den 1970er Jahren. Jedes Gastzimmer hat eigene Farben und Möbel. Es sind zweckmäßige Zimmer, manche mit Balkon, manche mit Platz für bis zu fünf Betten. Auch Haustiere sind gerne gesehen. Luxus gibt es nicht, auch keine Fernsehgeräte in den Zimmern. "Wir möchten, dass die Kinder und die Erwachsenen ins Gespräch kommen", erklärt Angelika Steuer. Ihre Gäste kommen aus ganz Deutschland. Eine Unterkunft dieser Art für belastete Familien scheint es selten oder gar nicht zu geben. Auch die Preise im Goldenen Stern sind vergleichbar mit denen für ein ganz normales Hotel. "Wir wollen und müssen noch bekannter werden", betonen die Steuers, "die wirtschaftliche Seite gibt es ja auch noch."

Ein Ort für alle Gäste

Auch ganz normale Urlauber oder Tagesgäste sind im "Goldenen Stern" willkommen. Das Restaurant ist fast täglich für jedermann geöffnet. Wer hier Urlaub macht, sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass er in einem Solidarhotel ist. Das bedeutet laut Angelika Steuer, "sich solidarisch fühlen mit den besonderen Gästen, die wir haben." Mehr Informationen gibt es im Internet.

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  • Anja Bischof
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