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Ein Graffiti fürs Münchner Oktoberfest | BR24

© BR/ Tanja Gronde

Auf der Wiesn gibt es etwas Neues: Ein buntes Graffiti an der Wand der Münchner Wiesnwechselstube. Hinter dieser Neuerung beim Oktoberfest steckt eine Geschichte.

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Ein Graffiti fürs Münchner Oktoberfest

Auf der Wiesn gibt es etwas Neues: Ein buntes Graffiti an der Wand der Münchner Wiesnwechselstube. Hinter dieser Neuerung beim Oktoberfest steckt eine Geschichte.

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Am Münchner Schlachthof darf jeder, der will, Graffitis sprühen. Ganz legal. Nur nicht überall. Letzten Winter 'verschönerte' Teenager Nico aus Erding einen weißen Container, der zwischen Wohnwägen stand, mit seinen farbigen Tags. Was er dabei zu spät bemerkte - auf dem Container stand "Münzzählung". Es war der Container der Wechselstube, der schon jetzt auf dem Oktoberfest steht.

"Da ich schon Stress mit der Polizei hatte und keine neue Anzeige riskieren wollte, hab' ich mich so schnell wie möglich mit dem Herrn Riedl connected," sagt Nico.

Wiesncontainer aus Versehen besprüht

Die Telefonnummer von Gerd Riedl, dem Betreiber der Wechselstube, steht nämlich auf dem Container. Bei ihm werden Dollar und D-Mark in Euro umgetauscht und die Wiesnbedienungen bekommen ihr Wechselgeld.

Während der Wiesnpause steht der Container auf dem Schlachthof, gegenüber der Graffiti-Wand. Herr Riedl schaute sich den Container an und war am Anfang schockiert. Nach langem Hinschauen kam er dann aber zu dem Schluss, dass die Arbeit des Sprayers gar nicht schlecht war. So hatte er - statt einer Anzeige - eine andere Idee: Nico sollte ihm ein Graffiti malen. Denn "so etwas hat es wahrscheinlich noch nie gegeben", lacht Riedl.

Erst schrubben, dann sprayen

Also musste Nico das Graffiti auf der einen Seite des Containers entfernen, weil der Eingang zur Wechselstube dann doch serös sein sollte. Dafür bekam der 16-jährige Erdinger auf der anderen Seite eine weiße Wand zum Austoben.

Einen Tag lang musste er auf der einen Seite erst mühsam das alte Graffiti wegputzen und streichen, dann durfte er auf der anderen Seite sprayen. Nach vier Stunden stand dort in Gelb "Wiesn", außenrum blaue und orangene Sterne - außerdem die Jahreszahl 1328. Über diese freute sich Gerd Riedl ganz besonders, denn 1328 wurde Riedls Lieblingsbier erfunden. Und so ist der gestandene Münchner am Ende gerührt und Nico dankbar, dass er bei seinem Ausrutscher so glimpflich davonkam.