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Ein Gasthaus im Spessart: Essen-To-Go und trotzdem nachhaltig | BR24

© BR/ Carolin Hasenauer

Gastronomen leiden unter den Corona-Maßnahmen. Viele haben deshalb ein To-Go-Angebot auf die Beine gestellt – Pommes und Schnitzel gibt es dann in der Styropor-Box zum Abholen. Doch es geht auch nachhaltig, zum Beispiel in Frammersbach.

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Ein Gasthaus im Spessart: Essen-To-Go und trotzdem nachhaltig

Gastronomen leiden unter den Corona-Maßnahmen. Viele haben deshalb ein To-Go-Angebot auf die Beine gestellt – Pommes und Schnitzel gibt es dann in der Styropor-Box zum Abholen. Doch es geht auch nachhaltig, zum Beispiel in Frammersbach.

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Donnerstagabend, kurz nach 17 Uhr. Obwohl die Tische wegen der Corona-Pandemie leer sind, läuft die Küche im Restaurant Schwarzkopf in Frammersbach (Lkr. Main-Spessart) auf Hochtouren. Denn seit drei Wochen bietet das Gasthaus Essen zum Mitnehmen an und hat eine nachhaltige Alternative zu Styropor-Boxen.

  • Alle Informationen zur Lage in Unterfranken finden Sie im Corona-Ticker.

Kein Styropor oder Alufolie als Verpackung

Wegen der fehlenden Einnahmen durch die Corona-bedingten Maßnahmen mussten die Inhaber Stefan und Anja Pumm ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Das heißt, den To-Go-Service stemmen die beiden derzeit alleine. "Das wird schon stressig, wenn einer anruft, einer draußen steht und das Essen angerichtet werden muss. Wir schauen, dass wir die Abholzeiten im Viertelstundentakt vereinbaren. Dann ist es für uns kalkulierbar, entzerrter und die Kunden müssen im Zweifelsfall nicht auf ihr Essen warten", erklärt der Küchenchef. Für das To-Go–Angebot haben er und seine Frau Anja extra eine Außer-Haus-Karte zusammengestellt. "To Go" heißt für Inhaberin Anja Pumm aber nicht automatisch Styropor und Alufolie: "Ich versuche Plastik zu sparen, nachhaltig zu leben. Styropor und so sind für mich keine Option!"

Teller-Spendenaufruf auf Facebook

Nach drei Wochen unfreiwilliger Pause hatte Anja Pumm eine Idee: Auf Facebook startete sie den Aufruf, aussortierte Teller zu spenden. "Ich dachte mir, die Leute haben so viel altes Geschirr zu Hause und sind wahrscheinlich froh, wenn sie es los sind", so Pumm.

Bunte Vielfalt, die sich sehen lässt

Der Aufruf machte schnell die Runde und schon am selben Abend lagen in der großen Truhe vor dem Restaurant fast 50 Teller. Und so ging es weiter. Kleine, große, tiefe, flache, rote, gelbe, geblümte, gestreifte: Mittlerweile haben die Pumms in den Küchenregalen und Schubladen des Restaurants Schwarzkopf mehrere hundert gespendete Teller stehen. Und auf denen richtet Stefan Pumm die To-Go-Speisen dann an. Bei einer Bestellung achtet er nicht darauf, gleichfarbige zu nehmen - im Gegenteil: "Ich mach das schön bunt. Die sollen ja sehen, was alles da ist!" Eingepackt werden die Teller dann jeweils in lebensmittelechtes Papier, das die Gerichte gut warm hält. Nach dem Essen bringen die Kunden die bunten Teller wieder zu den Pumms zurück, damit der Kreislauf weitergehen kann.

Vor Wiedereröffnung Auflagen abwarten

Anja und Stefan Pumm wissen noch nicht, ob sie am 18. Mai, gemäß der Lockerungsmaßnahmen der Bayerischen Staatsregierung für die Außengastronomie, wieder ihren Biergarten öffnen. Und auch über die Öffnung ihres Restaurantbetriebs am 25. Mai sind sie sich noch nicht sicher. Dazu wollen sie zunächst die Auflagen abwarten, die beschlossen werden. Denn Stefan Pumm bezweifelt, dass die Auflagen wirtschaftlich sind: "Wenn wir dann investieren müssen, um die Hygieneauflagen zu erfüllen, außerdem wieder Personal brauchen, gleichzeitig aber weniger Gäste da sind, dann machen wir vielleicht einfach mit dem To-Go-Angebot so weiter wie bisher."

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