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Ein ganzer Ort feiert sein Fürstenpaar | BR24

© BR/Pirmin Breninek

Vor wenigen Wochen haben sich Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen und Sophia Mautner von Markhof das Ja-Wort gegeben.

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    Ein ganzer Ort feiert sein Fürstenpaar

    "Heimführung der Braut" – so nennt sich ein seltener Brauch, den die unterfränkische Fürstenfamilie zu Castell-Rüdenhausen am Samstag gefeiert hat. Ein ganzes Dorf hatte sich versammelt, um die neue Fürstin Sophia zu begrüßen.

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    Knapp 900 Einwohner leben im unterfränkischen Rüdenhausen. Wer durch die Marktgemeinde nahe der A3 fährt, dem fallen vermutlich die Fachwerkhäuser auf – genauso wie das Schloss im Ortskern. Das gehört den Fürsten zu Castell-Rüdenhausen. Die Familie wohnt seit Generationen im Ort und hatte nun zu einem ganz besonderen Anlass geladen: der sogenannten "Heimführung". Dabei hat Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen seine Partnerin Sophia Mautner von Markhof offiziell im Ort vorgestellt. Rund 400 Gäste kamen und nahmen die neue Fürstin feierlich in Empfang.

    Fürstenpaar kehrt zurück in den Ort

    Rot-weiße und blau-rote Fähnchen säumen an diesem Tag die Straßen in Rüdenhausen. Es handelt sich um die Farben der Adels-Familien zu Castell-Rüdenhausen und Mautner von Markhof. Die kirchliche Trauung fand bereits Mitte Juni in Österreich statt. Fürstin Sophia stammt von dort. Nun kehren beide zurück nach Rüdenhausen – und deshalb versammeln sich die Bewohner des Ortes zu einem Festzug.

    © BR/Pirmin Breninek

    Festzug mit dem Fürstenpaar

    15 Vereine gibt es in Rüdenhausen: Feuerwehr, Heimatverein, Soldatenkameradschaft. Eine Blaskapelle spielt. Sie alle begleiten die Frischvermählten durch den Ort zum Schloss. Bei der "Heimführung der Braut" handelt es sich um einen Brauch, der seinen Ursprung im 19. Jahrhundert hat. Damals stellten die Fürsten erstmals ihre Gemahlin im Ort vor.

    Die letzte "Heimführung" fand vor 36 Jahren statt. Damals hatten sich Ottos Eltern Johann-Friedrich zu Castell-Rüdenhausen und Maria Gräfin von Schönborn das Ja-Wort gegeben.

    Fürstin zieht ins Schloss

    Heute kennen viele Leute im Ort ihre neue Fürstin bereits von vorherigen Besuchen. Auch die standesamtliche Hochzeit kurz nach Weihnachten fand in Rüdenhausen statt. Trotzdem hält Bürgermeister Gerhard Ackermann fest: "Wir freuen uns darauf, wieder einen Fürsten und eine Fürstin im Schloss zu haben." Ottos Vater Johann-Friedrich zu Castell-Rüdenhausen war 2014 verstorben.

    Als nun der Festzug im Schloss ankommt, wird eine Fahne der Familie Mautner von Markhof gehisst. Im Gegenzug werden die Schönborn'schen Farben von Ottos Mutter Maria begleitet von Marschmusik abgenommen. Es folgen Ansprachen. Danach beginnt das eigentliche Fest.

    Gartenparty im Schlosspark

    Im Schlosshof hat die Familie zu Castell-Rüdenhausen Bierbänke und Pavillons aufgestellt. Es gibt Bratwürste, Kuchen, Bier und natürlich Wein. Alles auf Kosten des Fürsten. Er hat alle Rüdenhausener eingeladen.

    Schnell stehen vor dem Fürstenpaar die Gratulanten an. Fürstin Sophia muss sich einen kurzen Moment sammeln: "Ich bin überwältigt, es war so schön, so wahnsinnig viele nette Worte!" Sophia und Otto wollen ab sofort im Schloss leben. Kennengelernt hatte sich das Ehepaar während eines Aufenthalts in Mosambik. Es wirkt, als habe der Tag etwas von Ankommen für das Paar.

    Bei den Leuten im Ort jedenfalls kommt die Veranstaltung gut an. Sie haben sich extra schick gemacht, viele tragen Trachten. "Wir freuen uns arg für die zwei mit", sagt Astrid Reinfelder, die in direkter Nachbarschaft zum Schloss wohnt. Sie ist mit ihren Kindern gekommen. Sollte es eines Tages wieder eine "Heimführung" geben, dann werden die womöglich noch gute Erinnerungen an den Tag haben.