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Ein Fest für Oma und Opa: Bayern führt "Großelterntag" ein | BR24

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Bayern will die Verdienste von Omas und Opas würdigen: Nach Angaben der Staatsregierung führt der Freistaat als erstes Bundesland einen eigenen Tag zu Ehren der Großeltern ein - und organisiert ein großes Familienfest.

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Ein Fest für Oma und Opa: Bayern führt "Großelterntag" ein

Bayern will die Verdienste von Omas und Opas würdigen: Nach Angaben der Staatsregierung führt der Freistaat "als erstes Bundesland" einen eigenen Tag zu Ehren der Großeltern ein - und organisiert ein großes Familienfest.

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Am 13. Oktober wird in Bayern erstmals der "Großelterntag" begangen. Das bayerische Kabinett beschloss heute die Einführung dieses Tags zu Ehren der Omas und Opas. "Wertschätzung für unsere Großeltern", schrieb Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dazu auf Twitter. "Am zweiten Sonntag im Oktober würdigen wir Oma und Opa, die so viel leisten für ihre Kinder und Enkel."

Der erste "Großelterntag" wird laut Staatskanzlei in gut einem Monat "gemeinsam mit Familien aus ganz Bayern mit einem erlebnisreichen Familienfest in München" gefeiert. "Oma und Opa haben im Familienleben eine ganz entscheidende Rolle inne", hieß es zur Begründung. "Sie unterstützen im Alltag, beispielsweise bei der Kinderbetreuung, geben ihr wertvolles Wissen und ihre Lebenserfahrung an die nächsten Generationen weiter." Ihr Einsatz für die Familie könne daher nicht hoch genug geschätzt werden.

Die Initiative für den "Großelterntag" in Bayern sei von Ministerpräsident Söder ausgegangen, berichtete Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung. "Eine wirklich sympathische und wichtige Entscheidung." Bayern habe als erstes Bundesland einen solchen Ehrentag, sagte Herrmann und und verglich diesen mit dem Muttertag. Auch in anderen Ländern gibt es bereits einen Tag zu Ehren der Großeltern - etwa in Polen, Italien, Spanien oder der Schweiz.

Rinderspacher kritisiert "Symbolpolitik"

Für den SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher ist der "Großelterntag" allerdings lediglich Symbolpolitik. Den Senioren in Bayern seien Investitionen in altersgerechte Wohnungen, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum oder Mehrgenerationenhäuser wichtiger, teilte Rinderspacher via Twitter mit.

Lob für Söders Idee kam dagegen von der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig: "Begeisterung für diese Initiative!", twitterte Ludwig.

Bedenken beim VdK

Gewisse Bedenken und weitergehende Forderungen hat derweil die Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher. "Großeltern sind etwas Wunderbares und verdienen alle Anerkennung. Ich fürchte aber, dass ein "Großelterntag" dasselbe traditionelle Familienbild stützt, wie es der Muttertag heute noch tut», sagt sie. Und das könne nicht im Sinne einer modernen Generationenpolitik sein. "Großeltern dürfen keine Lückenbüßer für fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder mangelnde finanzielle Ausstattung von Familien sein." Ein "Großelterntag" berge aber die Gefahr, dass genau diese Erwartungen sich im gesellschaftlichen Bewusstsein festsetzen, warnt Mascher.