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Corona-Folgen: Vielen Fahrschulen in Bayern droht die Pleite | BR24

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Viel Geduld wegen Corona müssen weiterhin auch Fahrschüler und -schülerinnen in Bayern aufbringen. Die Krise bremst die Fahrschulen kräftig aus. Wann sie wieder öffnen dürfen, steht noch in den Sternen; die Fahrlehrer schlagen jetzt Alarm.

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Corona-Folgen: Vielen Fahrschulen in Bayern droht die Pleite

Viel Geduld wegen Corona müssen auch Fahrschüler in Bayern aufbringen. Die Krise bremst die Fahrschulen kräftig aus. Wann sie wieder öffnen dürfen, steht noch in den Sternen. Nun schlagen die Fahrlehrer Alarm: Vielen Betrieben droht die Pleite.

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Bis vor wenigen Wochen gehörten Fahrschulautos zum Straßenbild in Bayern. Doch die Corona-Krise bremst die Fahrschulen in Bayern aus. Wer gerade seinen Führerschein machen will, hat also schlechte Karten.

Laut dem Beschluss von Bund und Ländern vom 15. April dürfen "Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich" auch weiterhin nicht öffnen. Der Landesverband der bayerischen Fahrlehrer (LBF) geht davon aus, dass Fahrschulen, wie auch Volkshochschulen und Musikschulen unter dieses Verbot fallen (Punkt 6). Bislang ist auch kein konkretes Datum in Sicht, wann die Fahrschulen in Bayern wieder aufmachen dürfen. 

Nicht einmal die Motorradausbildung ist derzeit erlaubt

Putzen statt schulen - eigentlich würde Josef Eckl gerade Fahrstunden geben. Doch seit sechs Wochen stehen seine Autos auf dem Hof, Einnahmen gleich null. Frustrierend für den Fahrschulinhaber. Während Taxifahrer unter Auflagen arbeiten dürfen, ist selbst die Motorradausbildung verboten. Das kann Fahrlehrer Eckl überhaupt nicht nachvollziehen: "Ich brauche nicht so nah ran, es ist mit Funk-und Rücksprachemöglichkeit eine Verbindung da."

Fahrschüler frustriert: Bestandene Theorieprüfung verliert Gültigkeit

Doch für Motorradschulungen wie für alle anderen Dienstleistungen von Fahrschulen besteht laut Gesundheitsministerium - anders als beim Taxiverkehr - kein unaufschiebbares Grundbedürfnis. Das sieht Jennifer Kiss anders. Die Fahrschülerin wollte im April ihre praktische Prüfung ablegen. Den theoretischen Teil hat sie bereits vergangenes Jahr bestanden, doch der verliert nach zwölf Monaten die Gültigkeit. Trotz möglicher Fristverlängerung läuft Kiss wie vielen anderen Fahrschülern die Zeit davon. 

Von 10.000 Fahrschulen sind über 3.000 von der Pleite bedroht

In Sachsen-Anhalt dürfen Fahrschulen inzwischen wieder arbeiten. In Hessen sind sie zumindest für Berufskraftfahrer geöffnet. Anders im Freistaat: Noch wissen Josef Eckl und seine Kollegen nicht, wann die Fahrschulen in Bayern wieder aufmachen dürfen.

Die Ausgaben wie Leasing, Versicherung und Steuern laufen derweil weiter. "Von 10.000 Fahrschulen werden 3.000 am Ende nicht mehr da sein", schätzt Eckl. Das entspricht den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Moving. Zur Weiterfinanzierung seines Betriebs muss Fahrschulinhaber Eckl seine Altersrücklagen anzapfen. Hilfe von der Regierung hat er bislang noch nicht erhalten. Wichtiger als die finanzielle Stütze wäre es ihm aber, so bald wie möglich wieder zu arbeiten. 

Fahrschulen bereiten für Wiedereröffnung Hygiene-Konzepte vor

Bis es so weit ist, bereiten sich Fahrschulen bundesweit bereits mit umfangreichen Maßnahmen vor. "Die Hygiene-Konzepte stehen", so Dieter Quentin, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) bereits vor einer Woche. "Die Umsetzung in den Fahrschulen ist bereits angelaufen." Quentin forderte eine baldige Arbeitserlaubnis für Fahrschulen. Immerhin seien diese auch ein wichtiger Baustein, damit in systemrelevanten Berufen weiterhin gearbeitet werden könne.

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