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Nach einer Corona-Anordnung des Landratsamtes Donau-Ries müssen die meisten Kinder wieder im Wechsel in der Schule und zu Hause unterrichtet werden. Dagegen hat eine Lehrerin und Mutter einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Augsburg eingereicht.

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Eilanträge gegen Homeschooling im Landkreis Donau-Ries

Nach einer Corona-Anordnung des Landratsamtes Donau-Ries müssen die meisten Kinder wieder im Wechsel in der Schule und zu Hause unterrichtet werden. Dagegen hat eine Lehrerin und Mutter einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Augsburg eingereicht.

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Wer morgen auf Tochter Sophia, zehn Jahre alt, aufpasst? Mal schauen… Katharina Wiedemann-Schmid aus Donauwörth hat ein Betreuungsproblem. Sie selbst ist Lehrerin und muss wie gewohnt zur Arbeit, die Urlaubstage ihres Mannes sind aufgebraucht und eine Notbetreuung gibt es nicht. Weil der Leidensdruck riesig sei, wie sie erklärt, hat die Mutter von insgesamt vier Kindern am Wochenende einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Augsburg eingereicht. Die 38-Jährige hofft, dass das Gericht eine Anordnung des Landratsamtes Donau-Ries kippt. Die sorgt de facto dafür, dass an den meisten Schulen die Hälfte der Kinder jeweils im Wechsel Präsenz- und Distanzunterricht bekommen muss.

Hygienekonzept an Schulen funktioniere

Katharina Wiedemann-Schmid begründet ihren Antrag gegen den Distanzunterricht vor allem damit, dass es im Landkreis Donau-Ries bislang keine Ansteckungswellen an Schulen gegeben habe. Am Nördlinger Gymnasium, an dem die Mutter arbeitet, habe es zum Beispiel einen Fall gegeben, aber kein weiterer Schüler habe sich angesteckt. Das zeige, dass das Hygienekonzept funktioniere, sagt Wiedemann-Schmid.

Viele Klassenräume sind zu klein für Mindestabstand

Im Drei-Stufen-Plan des Bayerischen Kultusministeriums heißt es, dass ab einem Inzidenzwert von 50 die Maskenpflicht im Unterricht wieder gilt und zusätzlich ein Mindestabstand von 1,50 Meter empfohlen wird. In der Realität heißt das, dass die meisten Schulen gezwungen sind, die Hälfte der Schüler von zuhause lernen müssen. Denn die Klassenräume sind in der Regel zu klein, um 1,50 Meter Abstand zwischen jedem einzelnen Schüler zu wahren.

Landratsämter haben Spielraum bei ihren Entscheidungen

Das Landratsamt Donau-Ries hatte dem BR bereits vergangene Woche mitgeteilt, dass man sich an die Empfehlungen des Ministeriums halte. Eine Sprecherin des Kultusministeriums wies auf BR-Anfrage darauf hin, dass der Drei-Stufen-Plan keine strikte Order, sondern eben eine Empfehlung sei. Die Landratsämter hätten Spielraum. So könne etwa ein Gesundheitsamt zum Beispiel das Maske-Tragen im Unterricht vorschreiben, gleichzeitig aber auf den Mindestabstand verzichten. Genau das machen mehrere Landkreise in Bayern bereits, zum Beispiel der benachbarte Landkreis Dillingen. Weitere Nachfragen zu dem Thema lehnt das Donau-Rieser Landratsamt bis auf Weiteres ab. Erst in einer Pressekonferenz am Mittwoch seien Nachfragen zu Corona wieder möglich, heißt es in einer Mitteilung.

Anwalt hält Allgemeinverfügung für rechtswidrig

Neben der Lehrerin hat unabhängig davon der Donauwörther Rechtsanwalt Ulrich Roßkopf gegen das Homeschooling geklagt. Beim Distanzunterricht falle es seinen Kindern schwer, sich zu motivieren und den Stoff zu verstehen. Die Entscheidung über Distanzunterricht sei durch die Allgemeinverfügung den Schulleitern übertragen worden. Das ist aus Sicht des Anwalts rechtswidrig.

Verwaltungsgericht will in den nächsten Tagen entscheiden

Die vierfache Mutter Katharina Wiedemann-Schmid wünscht sich, dass wieder alle Kinder gemeinsam an den Schulen unterrichtet werden – und ihr Betreuungsproblem damit gelöst ist. Das Verwaltungsgericht Augsburg erklärte auf BR-Anfrage, dass wahrscheinlich innerhalb der nächsten Tage über die Anträge gegen den Distanzunterricht entschieden werde.

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