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Eichenprozessionsspinner-Raupen: Es wird wieder gespritzt | BR24

© dpa/picture alliance/blickwinkel

Mehrere Kommunen spritzen zur Zeit Eichen, um die gefährlichen Raupen der Eichenprozessionsspinner zu töten

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    Eichenprozessionsspinner-Raupen: Es wird wieder gespritzt

    Sie können unter anderem schwere Allergien auslösen. Deshalb lassen jetzt viele Kommunen im Norden Schwabens Eichen spritzen, die von den Eichenprozessionsspinner-Raupen befallen sind. Auch Privatleuten wird empfohlen, Eichen im Garten zu spritzen.

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    Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind wieder aktiv und wegen ihrer giftigen Haare für Menschen gefährlich: Sie können Hautausschläge und schwere Allergien auslösen, bis hin zum allergischen Schock. Gerade jetzt sind viele Spaziergänger unterwegs, auch, weil wegen der Corona-Krise andere Freizeitmöglichkeiten wegfallen. Deshalb beginnen Experten jetzt nach und nach damit, im Bereich von Bundes-, Staats- und zum Teil Kreisstraßen Eichen zu spritzen. Das betrifft unter anderem die Landkreise Neu-Ulm, Günzburg, Donau-Ries und Dillingen.

    Biozid statt Pestizid gegen Eichenprozessionsspinner-Raupen

    So wird beispielsweise eine Fachfirma im Auftrag des staatlichen Bauamts Krumbach in den kommenden Wochen den Eichenprozessionsspinner mit einem Biozid bekämpfen. Die Fachfirma setzt hierbei ein zugelassenes Biozid ein mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis und zwar Foray Es. Das Mittel wird auch im ökologischen Landbau seit Jahren angewendet. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen Blätter, auf denen der Wirkstoff haftet und sterben nach einigen Tagen ab.

    Bauamt: Biologisches Spritzmittel ist für Menschen ungefährlich

    Das Biozid wirkt selektiv auch an Eichenblättern fressende Schmetterlingsraupen. Schädliche Auswirkungen für Mensch, Umwelt oder andere Tierarten zum Beispiel Bienen, Käfer oder Vögel werden dabei weitgehend vermieden, schreibt das Bauamt Krumbach. Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners werden kurzzeitig Geh- und Radwege gesperrt.

    Spritzmittel tötet nicht immer alle Eichenprozessionsspinner-Raupen

    Die gespritzten Eichen können kurz nach der Behandlung wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden, ohne dass gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten sind, heißt es beim Bauamt. Allerdings solle der direkte Kontakt mit befallenen Eichen weiterhin gemieden werden, da sich auch nach der Bekämpfung noch einzelne Raupen oder alte Nester mit Brennhaaren an den Bäumen befinden können, schreibt das Bauamt.

    Donauwörth: Auch Privatpersonen sollen Eichen spritzen

    Die Stadt Donauwörth empfiehlt Privatpersonen, die Eichen im Garten haben, ihre Bäume auch gegen den Eichenprozessionsspinner spritzen zu lassen. Die Spritzaktion muss jedes Jahr wiederholt werden, darauf weist die Stadtgärtnerei Donauwörth hin. Eine einmalige Behandlung der Eichen schafft demnach keine dauerhafte Abhilfe. Nach einem Befall könnten die Bäume meist nur noch mit erheblichem Aufwand abgesaugt werden.

    Die Stadt Donauwörth spritzt Eichen mit Neemöl

    Die Bäume auf städtischem Grund sollen ab Ende April von einer Fachfirma mit dem für Mensch und Tier ungefährlichen Neemöl besprüht werden. Durch das Spritzen des biologischen Pflanzenschutzmittels wird der natürliche Fortpflanzungskreislauf der Raupen unterbrochen.