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© dpa-Bildfunk / Patrick Pleul
Bildrechte: dpa-Bildfunk / Patrick Pleul

Die Raupen des Nachtfalters ziehen oft in "Prozessionen" über Baumstämme - daher der Name.

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    Vorsicht Allergie: Eichenprozessionsspinner im Unterallgäu

    Im Unterallgäu breitet sich der gefährliche Eichenprozessionsspinner weiter aus. Die Raupen des Falters haben Brennhaare, die zu heftigen allergischen Reaktionen führen können - bei Hautkontakt, aber auch, wenn Menschen abgebrochene Haare einatmen.

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    Von
    • Manuel Rauch
    • Matthias Lauer

    Das Landratsamt Unterallgäu warnt vor dem Eichenprozessionsspinner. Der gefährliche Falter breite sich in der Region immer weiter aus, so Markus Orf, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt.

    Rasante Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners

    Nachdem anfangs vor allem das nördliche Unterallgäu betroffen gewesen sei, trete der Eichenprozessionsspinner inzwischen auch mitten im Landkreis auf. Der Nachtfalter legt seine Eier auf Eichen ab. Die Raupen, die im Frühjahr schlüpfen, entwickeln gefährliche Brennhaare, die beim Menschen zu teils heftigen allergischen Reaktionen führen können - nicht nur bei direktem Hautkontakt. Da die Haare leicht abbrechen, könnten sie auch über die Luft eingeatmet werden, so Markus Orf.

    Raupen sollten abgesaugt werden - besondere Gefahr für Kinder

    Der Kreisfachberater rät den Unterallgäuer Gemeinden und Gartenbesitzern, Eichen auf einen eventuellen Befall zu kontrollieren und vorhandene Raupen absaugen zu lassen. Hierbei sollte auf jeden Fall eine Fachfirma beauftragt werden, warnt Orf. Landwirte sollten darauf achten, das Gras im Umfeld betroffener Bäume nicht als Futter für Tiere zu verwenden.

    Konsequent müsse gehandelt werden, wenn die Raupe des Eichenprozessionsspinners an hochfrequentierten Plätzen auftrete, etwa in Parks, in der Nähe von Kindergärten und Schulhöfen oder an Badeseen. Zudem sollten befallene Eichen der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Unterallgäu gemeldet werden.

    Biozid gegen Eichenprozessionsspinner-Raupen

    Experten spritzen im Bereich von Bundes-, Staats- und zum Teil Kreisstraßen Eichen unter anderem in den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg, Donau-Ries und Dillingen. So bekämpft beispielsweise eine Fachfirma im Auftrag des staatlichen Bauamts Krumbach den Eichenprozessionsspinner mit einem Biozid. Die Fachfirma setzt hierbei ein zugelassenes Mittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis ein, und zwar Foray Es.

    Das Mittel wird auch im ökologischen Landbau seit Jahren angewendet. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen Blätter, auf denen der Wirkstoff haftet und sterben nach einigen Tagen ab.

    Bauamt: Biologisches Spritzmittel für Menschen ungefährlich

    Das Biozid wirkt selektiv auch an Eichenblättern fressenden Schmetterlingsraupen. Schädliche Auswirkungen für Mensch, Umwelt oder andere Tierarten, zum Beispiel Bienen, Käfer oder Vögel, würden dabei weitgehend vermieden, schreibt das Bauamt Krumbach. Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners werden kurzzeitig Geh- und Radwege gesperrt.

    Donauwörth: Auch Privatpersonen sollen Eichen spritzen

    Die gespritzten Eichen können kurz nach der Behandlung wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden, ohne dass gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten sind, heißt es beim Bauamt. Allerdings solle der direkte Kontakt mit befallenen Eichen weiterhin gemieden werden, da sich auch nach der Bekämpfung noch einzelne Raupen oder alte Nester mit Brennhaaren an den Bäumen befinden können, schreibt das Bauamt.

    Die Stadt Donauwörth empfiehlt Privatpersonen, die Eichen im Garten haben, ihre Bäume auch gegen den Eichenprozessionsspinner spritzen zu lassen. Die Spritzaktion muss jedes Jahr wiederholt werden, darauf weist die Stadtgärtnerei Donauwörth hin.

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