| BR24

 
 

Bild

Eicheln liegen auf dem Waldboden
© dpa-Bildfunk/Holger Hollemann

Autoren

Anton Rauch
© dpa-Bildfunk/Holger Hollemann

Eicheln liegen auf dem Waldboden

Überall, wo Eichen stehen, bedecken Eicheln den Boden, das bietet nicht nur Nahrung für viele Tiere, sondern auch Chancen für den Wald in Zeiten des Klimawandels.

"Wir haben tatsächlich dieses Jahr ein richtiges Eichen-Mastjahr. Die Eichen haben sehr viel Früchte produziert, was dazu führt, dass die Waldtiere sehr viele Eicheln finden, Eichelhäher, Bilche, Siebenschläfer. Für den Wald heißt das, dass die Eicheln vom Eichelhäher auch verpflanzt werden. Die können sich gut vermehren. Dann ist der Förster dran, denn der Förster muss diese Eichen fördern, so dass sie groß werden können, dass wir in einhundert oder zweihundert Jahren stattliche Eichenwälder haben." Förster Rudolf Nützel vom Bund Naturschutz

Trauben- und Stieleichen aus Bayern haben der Dürre getrotzt

Während nämlich Fichten unter der Dürre stark gelitten haben, geht es den Eichen gut, und besonders Trauben- und Stieleichen, die hier in Bayern heimisch sind, profitieren, so der Förster Rudolf Nützel vom Bund Naturschutz. Deswegen lohnt es sich momentan, die Eichen gezielt zu fördern, sagt Nützel.

"Beide sind sehr dürre-resistent, sie vertragen Hitze sehr gut, ganz anders als die Fichte. Man kann überall beobachten, dass die Fichte schlichtweg vertrocknet und hinterher kommt dann der Borkenkäfer. Ganz anders die Eiche: Eiche verträgt sehr gut die Trockenheit. Deswegen ist sie auch eine Baumart der Zukunft. Da muss man auch die Bayerischen Staatsforsten erwähnen, die gerade im Forstenrieder Park die Eichen freistellen. Oder ein schönes Projekt ist der Klosterwald von Kloster Maria Eich bei Planegg, wo man über 200 Käferarten gefunden hat." Rudolf Nützel vom Bund Naturschutz.

Für die nächsten 50 bis 70 Jahre könnten die bayerischen Eichenarten ein besonders wichtiger Baum auch für Möbelnutzholz sein.

"Wir sehen das ganz positiv, dass die Eiche eine größere Rolle spielen kann. Es ist sowieso das Ziel in der Bayerischen Forstwirtschaft, dass man die Baumartenvielfalt erhöht, weg von der Fichtenmonokultur, dass man verschiedene Baumarten nutzen kann. Der Bund Naturschutz sagt auch, dass auf 95 Prozent der Waldfläche Holz gemacht werden soll. Wir wollen weg vom Plastik." Rudolf Nützel

Oberbayern wird Klima von Oberitalien bekommen und andere Eichen

Dann rechnet der Förster damit, dass andere Sorten gefragt sein werden, wie Flaum- oder Steineiche, die bisher in Italien wachsen. Bayern wird dann nämlich ein Klima wie in Oberitalien haben. Die Eiche bietet also Chancen. Es gibt weltweit mehrere hundert Arten und einen entsprechenden Genpool. Wenn also das Klima wärmer wird, kommen andere Eichen.