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Glückliche Eichelschweine aus einem Wald bei Iphofen | BR24

© BR/Julia Dechet

In der Nähe von Iphofen (Lkr. Kitzingen) leben gerade wieder Eichelschweine auf weiter Flur. Weil die Tiere viel Bewegung haben und Eicheln vom Boden fressen können, ist die Fleischqualität herausragend - dafür zahlt der Verbraucher auch mehr.

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Glückliche Eichelschweine aus einem Wald bei Iphofen

In der Nähe von Iphofen (Lkr. Kitzingen) leben gerade wieder Eichelschweine auf weiter Flur. Weil die Tiere viel Bewegung haben und Eicheln vom Boden fressen können, ist die Fleischqualität herausragend - dafür zahlt der Verbraucher auch mehr.

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Das Gelände bei Iphofen ist 50 Hektar groß und entspricht damit in etwa der Größe von 70 Fußballfeldern. Es besteht aus einer großen Wiese und einem Waldstück und ist Naturschutzgebiet. In diesem alten Eichenwald leben noch bis Mitte Dezember über 200 Schweine von Hans Huss, dem Geschäftsführer der Eichelschwein GmbH.

Positive Effekte für die Artenvielfalt

Doch die Schweinebeweidung wirkt sich nicht negativ auf das Gebiet aus - im Gegenteil: Hans Huss berichtet von positiven Auswirkungen für die Artenvielfalt. Weil die Schweine im Boden wühlen oder sich in ihren Suhlen Wasser sammeln könne, entstünden vielfältige Biotopbedingungen. Ab Mitte Dezember kann sich das Gebiet dann wieder erholen.

"Dadurch entsteht ein Mosaik, was für viele Arten, wichtig ist - beispielsweise für Käfer oder Kröten. Außerdem gibt es hier das größte Kammmolchvorkommen weit und breit." Hans Huss, Geschäftsführer der Eichelschwein GmbH

Regionale Bezüge und kurze Wege

Im August 2020 kommen dann die neuen Eichelschweine nach Iphofen. Sie werden zunächst in einem Stall in der Nähe vorgemästet und dürfen dann ab einem Gewicht von 90 Kilogramm im Eichelwald leben. Die Schlachterei befindet sich ebenfalls nur wenige Kilometer von Iphofen entfernt.

Besondere Fleischqualität hat ihren Preis

Das Fleisch der Eichelschweine ist laut Hans Huss aromatischer und das Fett fester. Die Eichelmast gibt zusätzlich eine nussige Note im Geschmack. Qualität und Tierwohl haben aber auch ihren Preis. Ein Kilogramm Fleisch der Eichelschweine ist mit knapp sieben Euro deutlich teurer als konventionelles Schweinefleisch aus dem Discounter.

Kontakt zu Wildschweinen unterbunden

Das Gebiet, auf dem die Eichelschweine leben, ist eingezäunt - und zwar doppelt. Ein Innen- und ein Außenzaun sollen verhindern, dass die Hausschweine in Kontakt mit Wildschweinen kommen, da diese Krankheiten übertragen könnten. "Was jetzt das Damoklesschwert ist, ist die afrikanische Schweinepest", fürchtet Hans Huss. Wenn in der Nähe ein Fall bekannt würde, müssten als Vorsichtsmaßnahme alle Tiere im Umkreis getötet werden.