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Eichelsammler sind rund um Rothenbuch im Spessart unterwegs | BR24

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Im Spessart sind wieder die Eichelsammler unterwegs. Was hier in den Wäldern rund um Rothenbuch von den Bäumen fällt, ist bestes Saatgut. Denn es stammt aus Bayerns ältestem Eichenbestand. Angelegt zur Zeit der Französischen Revolution 1796.

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Eichelsammler sind rund um Rothenbuch im Spessart unterwegs

Im Spessart sind wieder die Eichelsammler unterwegs. Was hier in den Wäldern rund um Rothenbuch von den Bäumen fällt, ist bestes Saatgut, denn: es stammt aus Bayerns ältestem Eichenbestand. Angelegt zur Zeit der Französischen Revolution im Jahr 1796.

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Den ganzen Oktober bis Mitte November suchen die Eichelsammler den Waldboden nach gesunden Eicheln ab, die weder aufgeplatzt noch von Insekten angebohrt sind. Ausgerüstet mit Eimern und einem Sammelschein vom Forstbetrieb sorgen derzeit rund 200 Familien dafür, dass die Spessarteiche nicht ausstirbt.

Mastjahr für Eichen

Es ist ein sogenanntes Mastjahr. Nicht ganz so üppig wie 2018, aber überdurchschnittlich. Da muss man zugreifen, sagt Florian Vogel, Leiter des Forstbetriebs in Rothenbuch. Denn die Eiche ist heute wichtiger denn je. Sie verkraftet heiße und trockene Sommer besser als die Buche und soll jetzt vor allem die vertrockneten und vom Borkenkäfer heimgesuchten Fichten ersetzen.

Spessart für Klimawandel wappnen

Mehrere Dürrejahre in Folge haben in Vogels Revier deutliche Kahlflächen hinterlassen, auf denen noch in diesem Herbst Eicheln gesät werden sollen. Auch das übrigens mit Unterstützung aus den umliegenden Ortschaften. So soll der Spessart den Herausforderungen des Klimawandels künftig besser gewachsen sein.

Engagement der Bevölkerung

An der Abgabestelle wiegen die Förster täglich die Eichelausbeute des Tages. Die Menschen stehen Schlange, warten gespannt auf ihr Ergebnis und die Quittung für den Sammelschein. Florian Vogel ist begeistert vom Engagement der Spessartbewohner, denen das Sammeln zur festen Gewohnheit geworden ist. "Viele Eicheln die wir hier sehen", sagt er, "kommen aus einem Bestand, der ist jetzt 220 Jahre alt. Das macht einen schon ehrfürchtig. Wir haben jetzt den Auftrag, unsererseits wieder Eicheln auszusäen. Und das machen wir, damit die Generationen nach uns auch in den Genuss kommen, so tolle Eichenwälder zu haben."

Unterfränkische Eicheln für ganz Bayern

Mindesten 500 Zentner sollen bei der laufenden Sammelaktion zusammenkommen. Soviel seien nötig, um alle Forstbetriebe in ganz Bayern mit Saatgut zu versorgen. Als Anreiz winken zwei Euro Aufwandsentschädigung pro Kilo Eicheln, also 100 Euro pro Zentner. Ein schönes Zubrot, denn fleißige Sammler schaffen zwischen drei und fünf Zentner pro Woche.

Doch die Mühe lohnt sich nicht nur finanziell. Seit diesem Jahr gehört die Eichenwirtschaft im Spessart mit ihrer mehr als 200-jährigen Tradition sogar zum immateriellen Kulturerbe der Unesco.

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