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Ehrenamtlicher Einsatz für Schwalben in Rosenheim | BR24

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Einsatz für Schwalben in Rosenheim.

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Ehrenamtlicher Einsatz für Schwalben in Rosenheim

Auch sie stehen auf der roten Liste gefährdeter Brutvögel in Bayern: Rauchschwalben. Vor allem in Innenstädten haben es die Vögel nicht leicht. In Rosenheim setzt sich das Ehepaar Doris und Thomas Juretzky ehrenamtlich für die Tiere ein.

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Einmal wöchentlich sind die Juretzkys in der Rosenheimer Innenstadt unterwegs, um nach den Schwalben zu sehen. Waren im vergangenen Jahr noch 30 Nester besetzt, sind es in diesem Sommer nur noch 13.

"Das Hauptproblem, glaube ich, ist einfach der Insektenmangel, dass die Schwalben nichts mehr zum Fressen kriegen. Mit ein Problem ist auch, dass es schwierig ist, Baumaterial für das Nest zu finden, das sie aus Lehmkügelchen erbauen. Alles ist versiegelt, rundum gepflastert, betoniert. Sie haben keine Möglichkeit mehr, das Nistmaterial zu finden." Thomas Juretzky, Schwalbenbeauftrager

Schwalben fliegen jahrelang dieselben Nester an

Aber: Noch gibt es sie. Wer in der Fußgängerzone nach oben schaut, sieht immer wieder Schwalben sausen. Sie nisten unter den Arkaden, auf Scheinwerfern oder Balken. Manche Hausbesitzer wollen den Vogelkot aber nicht akzeptieren und entfernen das Nest einfach. Für die Schwalben, die jahrelang dieselben Nester anfliegen, eine Katastrophe, so Juretzky.

Doris und Thomas Juretzky sind Mitglieder beim Landesbund für Vogelschutz und Rosenheims "Schwalbenbeauftragte". Sie freuen sich umso mehr über die echten Schwalben-Freunde, die es am Max-Josefs-Platz auch noch gibt - zum Beispiel der Gastwirt Manfred Kirner und Cafébesitzerin Lara Baur.

"Man muss halt mal putzen, aber das ist nicht tragisch. Da ist mir lieber, ich habe ein bisschen einen Schwalbenkot da anstatt dass die Umwelt nicht mehr in Ordnung ist." Manfred Kirner, Gastwirt

Und der Vogelkot, der ist Manfred Kirner - auf bairisch gsagt - wurscht!

Mit Kunstnester gegen die Wohnungsnot

Wer Schwalben helfen möchte, kann ein Kunstnest anbringen. Es ist aus Holzbeton und kostet zwischen 15 und 20 Euro. Wichtig ist es, das Kunstnest nah unter der Decke anzubringen, damit sich keine Tauben einnisten. Auch ein Kotbrett kann man anbringen – am Besten schief, weil sich sonst auch Tauben niederlassen.

Wer ein Nest entfernt, muss laut dem Schwalbenbeauftragen Juretzky damit rechen, dass sich das städtische Umweltamt einschaltet:

"Wenn das Nest weggemacht wird, ein Ersatznetz geschaffen werden muss, da sind wir mit dem Umweltamt der Stadt Rosenheim in Verbindung. Die unterstützen uns dabei, dass wir das durchsetzen können." Thomas Juretzky, Schwalbenbeauftrager
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Sie gelten als Glücksbringer, aber sie stehen auf der roten Liste der gefährdeten Brutvögel in Bayern: die Rauchschwalben. Vor allem in den Innenstädten haben es die Vögel nicht leicht. Eine große Hilfe sind ehrenamtliche "Schwalbenkümmerer"!