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Ehemann unter Mordverdacht: Vermisste Münchnerinnen wohl tot | BR24

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Der tatverdächtige Ehemann

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Ehemann unter Mordverdacht: Vermisste Münchnerinnen wohl tot

Die Polizei in München glaubt nach dem Verschwinden einer Frau und ihrer Tochter nicht mehr, sie lebend zu finden. Der Ehemann der Mutter ist dringend tatverdächtig. Die Ermittler hoffen auf Zeugenhinweise und hat deshalb Fotos veröffentlicht.

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Seit mehr als einer Woche gelten eine 41-Jährige und ihre Teenager-Tochter in München als vermisst. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden tot sind, wie der Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums, Marcus da Gloria Martins, mitteilte.

Der neue Ehemann der Frau sitzt unter dringendem Tatverdacht in Haft, teilte die Polizei mit. Er schweige zu den Vorwürfen. Der Haftbefehl lautet auf "Totschlag in Tatmehrheit mit Mord". Tatmehrheit bedeutet, es liegen verschiedene Delikte vor. Der 44-Jährige und die vermisste Frau waren seit rund einem Jahr verheiratet.

"Wir gehen aktuell davon aus, dass Mutter und Tochter tot sind." Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins

Zweifel an Darstellung in Vermisstenanzeige

Die 41-jährige Mutter und ihre 16 Jahre alte Tochter sind seit Samstag vor einer Woche spurlos verschwunden. Laut Vermisstenanzeige wollten sie einkaufen gehen, kamen in dem Einkaufszentrum aber nie an. Inzwischen gibt es an dieser Darstellung jedoch Zweifel, wie da Gloria Martins sagte. Die Vermisstenanzeige hatte der nun tatverdächtige Ehemann gestellt. Sie habe aber "Plausibilitätslücken".

Polizei veröffentlicht Fotos und hofft auf Zeugen

Die Polizei veröffentlichte nun ein Foto des Verdächtigen. Sie sucht Zeugen, die die beiden Frauen zwischen Freitag, 12. Juli, und Sonntag, 14. Juli, gesehen haben. Wer Beobachtungen, auch in Zusammenhang mit den beiden Fahrzeugen auf den Bildern unten gemacht habe, ist aufgerufen, sich unter der Telefonnummer 089/2910-0 zu melden.

© pa/dpa

Polizei-PK zum Fall der verschwundenen Mutter und der Tochter. Im Hintergrund ist ein Foto des festgenommenen Ehemanns zu sehen.

Familiäres Umfeld galt lange als "gut"

Zunächst zögerte die Polizei, eine Vermisstenmeldung herauszugeben. Denn dass eine Mutter und ihre Tochter spontan nicht nach Hause zurückkehren, komme immer wieder mal vor, hieß es. Auch das familiäre Umfeld stufte die Polizei noch am Donnerstag als "gut" ein. Doch ab Ende der vergangenen Woche verdichteten sich dann die Hinweise auf ein Verbrechen. Am Freitag bildete die Mordkommission eine 20-köpfige Sondereinheit.

Anzeige aus "dem Kreis der Familie"

Die Anzeige war nach Polizeiangaben aus "dem Kreis der Familie" gekommen. Es gebe entsprechende Hinweise, auf die aus taktischen Gründen aber nicht näher eingegangen werden könne, sagte ein Polizeisprecher. Ermittler durchsuchten die Wohnung von Mutter und Tochter. Zudem sei Videomaterial aus Bus und Bahn ausgewertet worden. Speziell ausgebildete Hunde zur Personensuche wurden eingesetzt. Nach Angaben eines Polizeisprechers gehört dies zum normalen Vorgehen der Polizei bei Vermisstenfällen.

Handys der Vermissten sind ausgeschaltet

Ob Mutter und Tochter wirklich in dem Einkaufszentrum waren, wird noch untersucht. Die Mobiltelefone der beiden sind ausgeschaltet – eine Ortung ist nicht möglich.

© Polizei München

Die vermisste Frau und ihre Tochter