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Der ehemalige Würzburger Oberbürgermeister Klaus Zeitler ist verstorben. Zeitler wurde 91 Jahre alt. Von 1968 bis 1990 leitete er das Rathaus. Insgesamt 20 Jahre war er Mitglied des Stadtrats.

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Ehemaliger Würzburger Oberbürgermeister Klaus Zeitler verstorben

Der ehemalige Würzburger Oberbürgermeister Klaus Zeitler ist verstorben. Zeitler wurde 91 Jahre alt. Von 1968 bis 1990 leitete er das Rathaus. Insgesamt 20 Jahre war er Mitglied des Stadtrats.

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Von
  • Pirmin Breninek

Der ehemalige Würzburger Oberbürgermeister Klaus Zeitler ist tot. Wie die Stadt Würzburg mitteilt, starb Zeitler am 23. Dezember im Alter von 91 Jahren. Von 1968 bis 1990 war Zeitler Oberbürgermeister.

Von der SPD über die Republikaner zur "Würzburger Liste"

Klaus Zeitler war seit den 1950er-Jahren Mitglied der SPD. Anfang der 1990er-Jahre verließ er die Partei. Er trat den Republikanern bei, für die er auch von 1996 bis 2003 Mitglied des Würzburger Stadtrates war. Dann wechselte Zeitler zur "Würzburger Liste". Erst 2014 schied er mit Ablauf seiner letzten Mandatszeit aus dem Stadtrat aus. Insgesamt gehörte Zeitler 20 Jahre dem Würzburger Stadtrat an: von 1956 bis 1958 und von 1996 bis 2014.

Schuchardt würdigt Altoberbürgermeister Zeitler

"Dr. Klaus Zeitler war ein Oberbürgermeister, der die Stadt Würzburg nachhaltig geprägt hat", fasst Christian Schuchardt (CDU) die Leistung seines Amtsvorgängers zusammen: "Dabei zeichneten ihn Eigenschaften wie Disziplin und Tatkraft, Stehvermögen und Durchsetzungsfähigkeit, Gerechtigkeitssinn und Liberalität aus sowie ein hervorragendes Gespür für das, was die Bürgerinnen und Bürger bewegte."

Eingemeindung mehrerer Stadtteile

Während seiner Amtszeit bemühte sich Zeitler unter anderem um die Verbesserung der Verkehrssituation. Er baute den Heuchelhof aus, ließ den Oberen Markt mit Fußgängerzone neu gestalten und initiierte einen ersten Fassadenwettbewerb für die Stadt Würzburg. Infrastrukturelle Verkehrsprojekte in seiner Amtszeit waren der Bau von Europastern, Mittlerem Ring, Greinbergknoten und Nordtangente. "Er hat die Entwicklung zur modernen Stadt zielstrebig vorangetrieben und sich zugleich tatkräftig für die Erhaltung und Pflege des historischen Erbes eingesetzt", so Christian Schuchardt.

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1984 wurde auf der Festung die "Würzburger Bratwurst" vorgestellt. BR-Reporter Eberhard Schellenberger (r.) befragte OB Klaus Zeitler dazu.

In Zeitlers Amtszeit fiel auch die Eingemeindung von Rottenbauer, Ober- und Unterdürrbach, Versbach und Lengfeld. Er bemühte sich zudem um gleich mehrere Städtepartnerschaften, die während seiner Zeit als OB gegründet wurden: Otsu (Japan, 1979), Salamanca (Spanien, 1980) sowie Suhl (1988).

Kindheit in Würzburg, Erfurt und Potsdam

Geboren in Würzburg, verbrachte Zeitler seine Kindheit in Erfurt und Potsdam. Er absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Würzburg, Köln und Dijon und promovierte anschließend. 1968 wurde er erstmals zum Oberbürgermeister gewählt und in den folgenden Jahren drei Mal im Amt bestätigt. Er war Mitglied im Bayerischen Städtetag und von 1982 bis 1992 des Bayerischen Senats. Als er 1989 auf eine erneute Kandidatur verzichtete, war er bayernweit der dienstälteste Oberbürgermeister einer kreisfreien Stadt.

Zum Andenken an den Altoberbürgermeister will die Stadt Würzburg auf den städtischen Facebook-Seiten ein virtuelles "Kondolenzbuch" freischalten. Das Rathaus wird trauerbeflaggt.

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