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Trauer um Münchner Wirte-Legende Richard Süßmeier | BR24

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Richard Süßmeier gestorben

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Trauer um Münchner Wirte-Legende Richard Süßmeier

Er war bekannt als Münchner Original und "Napoleon der Wirte" - und mit seinen Auftritten sorgte er häufig für Schlagzeilen: Richard Süßmeier, der legendäre Wiesn-Wirt, ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

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Von
  • David Herting
  • BR24 Redaktion

Richard Süßmeier zählte in der Wiesn-Szene zu den bekanntesten Gesichtern. Er sei ein großartiger Gastgeber, Wiesnwirt und ein unvergessliches Münchner Original gewesen, würdigte ihn der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband. "Er wird uns mit seiner Leidenschaft zur Gastronomie und seinem unvergleichlichen Humor sehr fehlen."

Bis ins hohe Alter besuchte der gebürtige Münchner das Oktoberfest: Natürlich gehe er auf die Wiesn, sagt Süßmeier noch 2017. Damals war er 87 Jahre alt - ein paar Abstriche machte er allerdings. Er komme mittags, wenn die Lautstärke in den Zelten auf 85 Dezibel gedrosselt und der Andrang nicht so groß ist. "Am Abend ist mir zu viel Trubel. Ich bin ja nimmer der Schnellste. Da ist es gescheiter, man bleibt abends daheim."

Süßmeier war Wiesnwirt, Autor, Festredner und Geschäftsführer

Der ehemalige Wiesnwirt Süßmeier wurde am 22. August 1930 in München geboren und in Bad Reichenhall zum Gastwirt und Hotelier ausgebildet. Er war Festwirt des Armbrustschützenzeltes und von 1970 bis 1984 Sprecher der Wiesnwirte. In dieser Zeit legte er sich mit unterschiedlichen Stadtpolitikern an, vor allem seine Gegnerschaft zum damaligen KVR-Chef Peter Gauweiler machte Schlagzeilen.

Wegen seiner Frisur und seiner Körpergröße hatten ihm die Münchner Zeitungen den Spitznamen "Wirte-Napoleon" verpasst. Vielleicht spielte auch eine Rolle, dass er sich als kleiner Wirt nach ganz oben gekämpft hat. Die Sängerin Maria Callas war bei ihm zu Gast auf der Wiesn, genau wie Königin Beatrix, Monarchin der Niederlande. Die Wiesn sei komprimierte Lebensfreude für Arm und Reich, Alt und Jung, so Richard Süßmeier in einem BR-Interview vor 15 Jahren.

Bei einer Razzia, die der damalige Münchner Kreisverwaltungsreferent Peter Gauweiler angeordnet hatte, wurde dem Wiesnwirt die Lizenz entzogen, weil er Schwarzarbeiter beschäftigte und Süßmeier trat als Wirte-Sprecher zurück. Der Abschied von der Wiesn sei ihm schwer gefallen, hatte Süßmeier der "Süddeutschen Zeitung" vor seinem 90. Geburtstag gesagt, den er erst am 22. August gefeiert hatte.

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Richard Süßmeier als Napoleon

Ude würdigt den "Napoleon der Wirte"

Süßmeier war nicht nur Wiesnwirt, er war außerdem Autor, Festredner und Geschäftsführer zahlreicher weiterer Gaststätten im Raum München. Seine Idee war übrigens auch der Wiesn-Souvenir-Krug, der jedes Jahr zum Oktoberfest herausgegeben wird.

Münchens ehemaliger Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) sagte in einem Nachruf auf Facebook über den "Napoleon der Wirte", er sei nicht nur ein prominenter und erfolgreicher Wirt und ein glänzender, pointenreicher Redner gewesen, sondern auch das Sinnbild eines Münchner Originals: "bekannt wie ein bunter Hund, kurios und populär, eine Stimmungskanone, die einen Treffer nach dem anderen abschoss".

Am Montag ist Richard Süßmeier im Alter von 90 Jahren gestorben.

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