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Papst Franziskus (r.) besucht seinen Vorgänger Benedikt XVI. und küsst ihm dabei die Hand. Im Hintergrund steht Georg Gänswein.
© picture alliance/Vatican Media
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Papst Franziskus (r.) besucht seinen Vorgänger Benedikt XVI. und küsst ihm dabei die Hand. Im Hintergrund steht Georg Gänswein.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. feiert am Dienstag in Rom seinen 92. Geburtstag. Zu diesem Anlass bekommt er einen Anruf mit Glückwünschen von seinem Bruder, dem 95-jährigen früheren Domkapellmeister Georg Ratzinger, aus Regensburg.

"Da tun's net lang umeinander"

Dessen Haushälterin, Schwester Laurente, sagte dem Bayerischen Rundfunk, die beiden Brüder feierten ihre Geburtstage "nicht direkt". Gemäß guter katholischer Tradition seien für sie die Tage ihrer Namenspatrone am 19. März (Josef) und 23. April (Georg) wirklich wichtig.

Auch Geschenke zum Geburtstag machen sich die beiden nicht. Dazu sagte Schwester Laurente: "Da tun's net lang umeinander."

Spaziergang durch Regensburg

Zuletzt hatte Georg Ratzinger seinen Bruder kurz nach Weihnachten in Rom besucht. Der frühere Domkapellmeister ist nach Angaben von Schwester Laurente "dem Alter entsprechend bei guter Gesundheit". Im Rollstuhl mache der fast erblindete, aber geistig rege Ex-Domkapellmeister - wie jeden Nachmittag - seinen dreiviertelstündigen "Spaziergang" durch die Altstadt von Regensburg.

Franziskus gratuliert Benedikt

Papst Franziskus hat seinem Vorgänger Benedikt XVI. am Montagnachmittag den üblichen Osterbesuch abgestattet. Dabei habe er diesem gleichzeitig persönliche Glückwünsche zum bevorstehenden Geburtstag überbracht, teilte der Vatikan im Anschluss mit. Franziskus besuchte Benedikt XVI. in dessen Residenz im Kloster "Mater Ecclesiae" in den Vatikanischen Gärten.

Wie schon im vergangenen Jahr will Benedikt XVI. seinen Geburtstag mit einer Messe beginnen, Mittag- und Abendessen sollen trotz der Karwoche dem Anlass angemessen sein, sagte sein Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein. Für ein Geburtstagsständchen werde die Musikkapelle der Schweizergarde sorgen.

Benedikt sorgte für Diskussionen

Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927 im bayerischen Marktl am Inn geboren. 2005 wurde er zum Nachfolger von Johannes Paul II. (1978-2005) gewählt. Am 28. Februar 2013 trat Benedikt XVI. als erster Papst der Neuzeit freiwillig zurück. Er begründete die Entscheidung mit seinen nachlassenden körperlichen und geistigen Kräften. Seither führt er ein zurückgezogenes Leben in einem umgebauten früheren Kloster in den vatikanischen Gärten.

Für Diskussionen sorgte in den vergangenen Tagen ein Text von Benedikt XVI., in dem er Gedanken zu Ursachen und Charakter der kirchlichen Missbrauchskrise formuliert. Der für das bayerische "Klerusblatt" gedachte Beitrag war vorab von mehreren Internetportalen auf Englisch, Deutsch und Italienisch verbreitet worden.