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"Ehe für alle": Tausende Homosexuelle sagen Ja | BR24

© pa/dpa/Jacques Brinon

Seit einem Jahr gilt die "Ehe für alle" in Deutschland

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    "Ehe für alle": Tausende Homosexuelle sagen Ja

    Seit dem 1. Oktober letzten Jahres gibt es die "Ehe für alle" in Deutschland. Bundesweit haben mindestens 7.000 homosexuelle Paare geheiratet. Auch in Bayern nutzten viele Schwule und Lesben ihr neues Recht und gaben sich das Ja-Wort.

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    Am 1. Oktober jährt sich die Gesetzesänderung zur Homo-Ehe. Seit einem Jahr können nun auch gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten. Die schwul-lesbische Community feierte diese Gleichstellung, Konservative dagegen sehen die "Ehe für alle" seit je her als Angriff auf das traditionelle Familienbild und kritisieren vor allem das Recht gleichgeschlechtlicher Paare auf Adoptionen.

    7.000 Homo-Ehen bundesweit

    Die ersten Zahlen zeigen nun: zu heiraten ist vielen homosexuellen Paaren ein Herzenswunsch. Bundesweit gaben sich mindestens 7.000 Männer- und Frauenpaare das Ja-Wort, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) bei den Standesämtern der Landeshauptstädte und weiten großen Städten in Deutschland ergab.

    Berlin liegt vor Köln

    Spitzenreiter bei der "Ehe für alle" ist Berlin. Allein in den drei Berliner Bezirken Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf gab es mehr als 1.100 schwule oder lesbische Hochzeiten. In Köln waren es 1.056 Eheschließungen, in Hamburg fast 900.

    830 Münchner Schwule und Lesben unter der Haube

    Auch in der bayerischen Landeshauptstadt München heirateten viele schwule oder lesbische Paare - nämlich insgesamt 830. Das sind 18,9 Prozent von allen Ehen. Dabei wurden 233 neue Ehen geschlossen sowie 597 bestehende Lebenspartnerschaften umgewandelt. Schon vor der Gesetzesänderung konnten Homosexuelle eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, die ihnen weitgehend gleiche Rechte wie Ehepaaren gab. Was im Wesentlichen fehlte, war das gemeinsame Adoptionsrecht für ein fremdes Kind.

    1.250 Homo-Ehen in Bayerns großen Städten

    In den großen bayerischen Städten München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt vermählten sich insgesamt 1.250 gleichgeschlechtliche Paare. Davon waren 372 neue Homo-Ehen und 878 Umwandlungen. Damit war in den fünf größten bayerischen Städten jede neunte Ehe eine Homo-Ehe. Der Anteil liegt bei 11,5 Prozent (Ehen gesamt: 10.852).

    Auf Platz zwei mit einem Anteil von 9,7 Prozent landet in Bayern die zweitgrößte Stadt Nürnberg. Hier wurden 75 homosexuelle Paare neu getraut, 165 Paare ließen ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln - darunter 109 Männer- sowie 131 Frauenpaare. Ähnlich hoch ist die Quote in Bayreuth (9,1 Prozent). Viele Homo-Ehen gab es auch in Regensburg (7,8 Prozent) und Passau (7,38 Prozent). Schlusslichter sind die Städte Ingolstadt und Ansbach mit jeweils 2,6 Prozent.

    Nur wenige Adoptionen

    Die Kritik an Adoptionen durch homosexuelle Paare scheint nach den ersten Zahlen überzogen - denn es gab nur wenige. Seit 1. Oktober vergangenen Jahres waren es sechs Adoptionen in Nürnberg. Die Adoptionsverfahren dürften bereits vor dem Stichtag begonnen haben, teilte die Behörde mit.

    In Regensburg adoptierten homosexuelle Paare in 2017 und 2018 insgesamt 18 Kinder. In allen Fällen handelte es sich um Stiefmutteradoptionen von leiblichen Kindern. In Erlangen gab es seit 1. Oktober 2017 keine solchen Adoptionen.