Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Eggenfelden: Wirtschaftskrimi HocoHolz | BR24

© BR

Hoco

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie
  • Artikel mit Video-Inhalten

Eggenfelden: Wirtschaftskrimi HocoHolz

"Wirtschaftskrimi" in Eggenfelden: Das Traditionsunternehmen HocoHolz musste im März Insolvenz anmelden. Ein Käufer war gefunden - doch von da an ging es bergab. Rund 160 Mitarbeiter bekommen keinen Lohn - und wehren sich jetzt.

Per Mail sharen

Die Firma HocoHolz ist ein 60 Jahre altes Traditionsunternehmen in Eggenfelden (Lkr. Rottal-Inn) und war Marktführer mit vielen Kunden. Vor allem Leisten und auch Parkett wurden hier hergestellt. Im März musste die Firma mit rund 160 Mitarbeitern Insolvenz anmelden.

Schweizer Firma kauft HocoHolz - zahlt aber nichts

Anfang Mai dann ein Lichtblick: Die Schweizer Firma Nexus Investments GmbH hat HocoHolz gekauft. Doch schon bald trübte sich das Bild des "Retters": Der Geschäftsführer der Schweizer Firma, Maxim Heinze, hat bis heute den Kaufpreis nicht bezahlt. Den Mitarbeitern wurde immer wieder versichert, dass ihr Lohn kommen würde. Das Lager wurde aber immer leerer, bis die Mitarbeiter nicht mehr produzieren konnten.

"Hätte mir das jemand vor 30 Jahren erzählt, dann hätte ich gesagt: 'Du spinnst!' Dass wir mal soweit kommen, wie wir jetzt sind. Das ist ein Trauerspiel. Es kann nicht sein, dass Mitarbeiter, die gewillt sind, in ihrem Job zu arbeiten, sich arbeitssuchend melden. Das gibt es nicht." Betriebsratsvorsitzender Uwe Schmieder

Keine Alternative zu Firma Nexus

Im Landkreis Rottal-Inn sind derzeit noch 70 Mitarbeiter der HocoHolz als arbeitssuchend gemeldet. Das Arbeitsamt hat es möglich gemacht, dass sie schnellstens Arbeitslosengeld I bekommen. Nach Meinung der Mitarbeiter ist nicht ausreichend geprüft worden, ob die Nexus das Geld für den Kauf und das erneute Hochfahren der Produktion hätte. Allerdings gab es laut dem Insolvenzverwalter Jochen Zaremba keinen Alternativplan: "Weil es nur diesen einen Investor gab, der eben einen Mietvertrag in der Tasche hatte und deswegen hätte die Alternative nur darin bestanden, den Geschäftsbetrieb sofort einzustellen."

Leere Versprechungen

Auch dem Insolvenzverwalter hat der Nexus-Geschäftsführer Heinze immer wieder versichert, das Geld würde kommen, er habe nur Probleme, es aus Russland zu holen. Er hat bis heute nicht gezahlt. Ein vom Bayerischen Rundfunk angefordertes Statement wurde seitens des Geschäftsführers Heinze versprochen - bisher ohne Ergebnis.

Mitarbeiter wehren sich: Klagen, Anzeigen, Ermittlungen

Die HocoHolz-Mitarbeiter wehren sich jetzt. Sie wollen arbeiten und ihren Lohn. In einer Eggenfeldener Kanzlei werden zwei Dutzend Klagen gegen Maxim Heinze und die Nexus Investments GmbH bearbeitet. Es folgen mindestens 25 weitere Klagen. Bei der Eggenfeldener Polizei sind außerdem 60 Anzeigen eingegangen. Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt schon seit Monaten wegen Insolvenzverschleppung.

Zweite Firma teils gerettet

Auf dem Betriebsgelände in Eggenfelden gibt es noch eine zweite Hoco-Firma, die "Hoco Fenster und Haustüren GmbH". Diese wurde Anfang des Jahres zuerst insolvent gemeldet. Sie konnte zum Teil gerettet werden und produziert jetzt als "Hocotherm GmbH" das vorherige Aushängeschild: Aluminiumhaustüren. Für diese zwölf Mitarbeiter geht es also bergauf.