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Ederheim verabschiedet Flüchtlinge mit Wehmut | BR24

© BR / Beate Mangold

Familie Khaki mit den Helfern aus Ederheim

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    Ederheim verabschiedet Flüchtlinge mit Wehmut

    In Ederheim (Lkr. Donau-Ries) wurde vor vier Wochen eine Turnhalle von Flüchtlingen bezogen. Am Samstag endet nun die Unterbringung der Flüchtlinge in dort, doch den Gemeindemitgliedern fällt der Abschied nicht so leicht, wie gedacht.

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    Zu Fuß vom Iran in die Türkei, mit dem Boot nach Griechenland und dann mit dem Bus und dem Zug nach Deutschland - die Afghanin Marziyeh Khaki und ihre Familie haben eine der typischen Flüchtlingsrouten hinter sich. Seit einem Monat leben sie in einem mit Bauzäunen und Plastikplanen abgetrennten Abteil in der Turnhalle in Ederheim. Doch wenn Marziyeh, die sich selbst Deutsch beigebracht hat, von ihrem Leben in Schwaben spricht, dann strahlt sie.

    "Das Camp ist sehr gut, ich bin zufrieden. Die Leute vom Dorf sind freundlich. Die Securitys sind alle sehr nett." Marziyeh Khaki, Asylbewerberin aus Afghanistan

    Zuerst Skepsis

    Wie Marziyeh sehen es auch die anderen Flüchtlinge. Die meisten verbringen ihre Zeit gemeinsam vor der Turnhalle, die Kinder schäkern mit den beiden Security-Männern. Vor vier Wochen hätte sich diese harmonische Situation auch in Ederheim niemand vorstellen können. Denn als die Nachricht kam, dass die Turnhalle belegt wird, gab es viele negative Stimmen - bis zur ersten Bürgerversammlung.

    Hilfe von allen Seiten

    Denn dort war die Hilfsbereitschaft plötzlich sehr groß: 40 Freiwillige meldeten sich spontan zu einem Helferkreis. Auch die ersten Schwierigkeiten waren schnell überwunden, nach wenigen Tagen lief das Leben in der Turnhalle fast reibungslos.

    Hoffen auf eine gute Zukunft

    Die Flüchtlinge lernten das Busfahren nach Nördlingen und ihre ersten deutschen Wörter. Ob die Asylbewerber ihre neuen Kenntnisse tatsächlich brauchen werden, wissen auch die Freiwilligen in Ederheim nicht. Es ist klar, dass nicht alle in Deutschland bleiben werden. Marziyeh Khaki und ihre Familie glauben aber an ihre Zukunft.

    Der Weg dorthin führt für die Afghanin nun zunächst in eine dezentrale Unterkunft nach Monheim. Der Abschied sei für beide Seiten ein wehmütiger, sagt Bürgermeistern Caroline Zehnpfennig.