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Echinger Bürger entscheiden über Gifteinsatz gegen Stechmücken | BR24

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Diesen Sommer am Ammersee haben viele Anwohner und Urlauber in schmerzlicher Erinnerung. Denn es gab dort eine regelrechte Mücken-Plage. Insektenschutzmittel war zeitweise ausverkauft.

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Echinger Bürger entscheiden über Gifteinsatz gegen Stechmücken

Werden Stechmücken in der Ammersee-Gemeinde Eching künftig mit einem umstrittenen Bakterium bekämpft? Darüber haben die Bürger am Sonntag abgestimmt. Der Ort wird immer wieder von einer Mücken-Invasion heimgesucht – so auch im Sommer dieses Jahres.

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In den vergangenen Jahren waren am Ammersee infolge von Überschwemmungen immer wieder große Populationen an Stechmücken aufgetaucht. Besonders die Anwohner leiden unter der Plage. So musste etwa ein Fußballspieler mit fast 500 Stichen ins Krankenhaus eingeliefert werden, Wirtshäuser mit Sitzplätzen im Freien klagten über ausbleibende Gäste.

Bürger stimmen bei Ratsbegehren ab

Die Bürger von Eching forderten schließlich die Gemeinde auf, entschiedener gegen Stechmücken vorzugehen. Deshalb fand am Sonntag ein Ratsbegehren über den Einsatz des Bakteriums BTI ("Bacillus thuringiensis israelensis") statt.

BTI tötet gute und böse Mücken

BTI produziert einen toxischen Eiweißstoff. Dieser zerstört Zellen im Darm der Stechmückenlarven, weite Teile einer Population verenden dadurch. Das Mittel ist nicht unumstritten, denn auch andere Mücken werden durch BTI getötet, die den Menschen nicht schädigen, wie die Zuckmücken.

Sie bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Fische, Amphibien und Vögel, weshalb viele Umwelt- und Naturschützer den Einsatz von BTI ablehnen.

Bürger greifen selber zu Insektiziden

Nach Ansicht des Vereins "Mückenplage? Nein, danke!" greifen Anwohner im Falle von Stechmückenplagen aber selbst zu Insektiziden und versprühen diese dann, was für die Umwelt unter Umständen noch schädlicher sei.

BTI wird bereits seit Jahren am Chiemsee eingesetzt. Die umliegenden Gemeinden können den Wirkstoff allerdings nicht nach Belieben ausbringen. Nur wenn die Zahl der Larven bei Gewässerproben einen Grenzwert überschreitet, darf das Bakterium versprüht werden.