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Es häufen sich Klagen über die leicht fälschbaren gelben Impfausweise. Fälschungssicherer wäre ein digitaler Impfpass. Der soll aber wohl erst im Sommer verfügbar sein. Das Impfzentrum Ebersberg ist schon einen Schritt weiter.

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"Ebersberger Modell": Holetschek setzt auf bundesweiten Impfpass

Wann kommt der digitale, fälschungssichere Impfpass? Ende Juni soll es soweit sein, gibt sich Bundesgesundheitsminister Spahn optimistisch. Sein bayerischer Amtskollege Holetschek hat sich in Ebersberg eine App zeigen lassen, die schon funktioniert.

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Von
  • Christoph Dicke

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den IBM-Konzern im Verbund mit mehreren Firmen auch auch aus Deutschland beauftragt, bis Ende Juni einen digitalen Impfpass zu entwickeln. Er soll keine Pflicht werden, aber bei Kontrollen genauso gültig sein wie der internationale gelbe Papierausweis.

Impfnachweis per QR-Code

Eine solche App ist seit knapp vier Wochen im Landkreis Ebersberg im Einsatz. Ein Angebot der aLive Service GmbH aus Magdeburg. Impfzentrum oder Arztpraxis füttern die App mit dem Impfnachweis. Und der ist per QR-Code bei Einlasskontrollen auf dem Smartphone abrufbar. "Jeder, der zwei Teilimpfungen hat oder eine Vollimpfung, bei dem ist nach 14 Tagen die Farbe grün. Bei einer Teilimpfung ist sie orange und wer noch keine Impfung hat oder eine gefälschte, dann wird's rot angezeigt", sagt aLive- Geschäftsführer Martin Behmann.

Holetschek ist für bundesweite Lösung

Im Gegensatz zur Bundes-App von IBM, die bis Ende Juni fertig sein soll, speichert die Ebersberger App die Personalausweisnummer des Geimpften auf einem Zentralrechner. Das passiert bei IBM aus Datenschutzgründen nicht, hier setzt man auf die Blockchain-Technologie. Fälschungssicher sollen beide Varianten sein. Doch ergibt es Sinn, zwei Apps parallel am Start zu haben, die dann auch noch EU-konform sein müssen? Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagt, der Bund habe hier Vorrang.

"Das Ebersberger Modell ist ein interessantes Modell, (...) und sollte es da Themen geben, die wir dem Bund weiterempfehlen können, werden wir das natürlich tun. Und wir werden darauf drängen, dass der Bund das, was er zugesagt hat, zeitnah und unmittelbar umsetzt." Gesundheitsminister Klaus Holetschek, CSU

Nachrüstung der Corona-Warn-App

Die Impfdaten der Ebersberger App seien problemlos auch auf eine Bundes-App übertragbar, sagt der Landkreis. Und vielleicht auch auf die Corona-Warn-App, die der Bund ebenfalls um einen digitalen Impfpass erweitern will.

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Die Geimpften im Landkreis Ebersberg sollen schon bald einfacher wieder ihrem normalen Leben nachgehen können - mit einem digitalen Impfpass fürs Handy, den eine private Firma entwickelt hat und der als Vorbild für andere Kommunen dienen könnte.

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