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"Easybus" im Allgäu: Mobil auch mit Rollstuhl oder Rollator

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"Easybus" im Allgäu: Mobil auch mit Rollstuhl oder Rollator

Der Busbetreiber RVA hat um Pfronten und Füssen zwei Busse im Einsatz, die auf die Bedürfnisse von Senioren und Menschen mit Einschränkungen ausgerichtet sind. Was ist da anders als im normalen Bus? BR-Reporter Rupert Waldmüller ist mitgefahren.

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Katharina Heer steigt mit ihrem Rollator in den roten Easybus ein. Die Tür vorne beim Fahrer und der Gang nach hinten sind breiter als im normalen Bus, gelbe Streifen am Boden zeigen für die, die nicht mehr gut sehen, wo es langgeht. Und für den Rollator gibt es einen gesicherten Abstellplatz. Die 87-Jährige fühlt sich wohl im Easybus: "Erstens fährt er ruhig. Und zweitens ist alles viel breiter, viel leichter zum Einsteigen. Und das ist das Wichtigste bei älteren Leuten."

Abgestimmt auf die Bedürfnisse von Senioren

Erhöhte Sitze erleichtern das Hinsetzen, für Rollstuhlfahrer und Fahrgäste mit Rollatoren gibt es an beiden Bustüren ausklappbare Rampen - und für Gehstöcke und Krücken eine Halterung an der Wand. Die 91-jährige Hildegard Schott hält so einen Bus abgestimmt auf die Bedürfnisse und Einschränkungen von Senioren für eine gute Sache: "Die Senioren jetzt gegenüber von vor 50 Jahren haben doch ganz andere Vorstellungen. Sie möchten überall mitkommen. Sie möchten alles sehen. Und da braucht man doch sowas."

"In einen normalen Bus kommt man gar nicht rein"

Gemeinsam mit der Hochschule Fresenius hat die Bahn als Betreiber den Easybus entwickeln lassen. Das Konzept kommt bei älteren Fahrgästen gut an: "In einen normalen Bus kommt man doch mit einem Rollator oder wenn man gehbehindert ist, überhaupt nicht rein", klagt Hildegard Schott. "Das können sie vergessen. Wenn dann können sie bloß in solchen Bussen fahren. Es sollte vielleicht ein bisschen mehr geben."

Im Moment sind nur zwei Easybusse auf verschiedenen Linien im südlichen Ostallgäu unterwegs. Das Busunternehmen RVA, eine Tochter der Bahn, will aber noch in diesem Jahr zwei weitere Fahrzeuge anschaffen, sagt Geschäftsführer Klaus von Petersdorff. Außerdem bietet das Unternehmen Busfahrkurse speziell für Senioren an. Und die Erfahrungen aus dem Praxistest sollen mit einfließen in die Weiterentwicklung.

Senioren-Busse sollen weiterentwickelt werden

"Es gab mal den Vorschlag, dass wirklich auch eine Unterstützung beim Aufstehen da ist", sagt Klaus von Petersdorff. "Also nicht nur die andere Sitzhöhe, sondern eine Unterstützung noch. Dann auch die Markierung. Da gibt es bestimmt noch Verbesserungen. Und vielleicht auch an den Stangen. Wie man einsteigt und wie die Wege sind."

Die 87-Jährige Katharina Heer würde sich wünschen, dass noch mehr Easybusse in Pfronten unterwegs sind. Und dass man nicht nur zufällig auf den Bus im Linienverkehr stößt. Und für Hildegard Schott fehlt zum absoluten Busfahrglück eigentlich nur noch eins: "Ja, a Tass Kaffee wär it schlecht, gell", sagt sie in breitem Allgäuer Dialekt und lacht. Ein Bordservice ist im Easybus allerdings noch nicht vorgesehen.

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